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Manche Spiele können einen dazu verleiten, sich für Genres
zu interessieren, denen man vorher keine Beachtung geschenkt hat. Bei
mir traf dies im Fall von "Another Code - Two Memories" bzw.
"Another Code - Doppelte Erinnerung" zu, das 2005 weltweit
für den Nintendo DS erschien.
Protagonistin des Spiels ist die dreizehnjährige Ashley aus Seattle.
Kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag erhält sie ein Päckchen
mit einem Brief und einem elektronischen Gerät von ihrem Vater.
Soweit nichts ungewöhnliches, wären ihre Eltern nicht bereits
vor elf Jahren verstorben. Laut Brief will sich ihr Vater mit ihr auf
der Blood-Edward-Insel treffen. Das Gerät mit dem Namen DAS, was
abgekürzt für Dual Another System steht, soll ihr in der schwierigen
Lage helfen und ist universell einsetzbar. Es dient als Lesegerät
für Mikrochips, als Fotoapparat sowie zum Speichern des Spieles.
Auch wenn die Handlung relativ belanglos anfängt, wird sie doch
schnell spannend und fesselt an den Bildschirm. Die Reaktionen und Handlungen
der durchaus sympathischen Charaktere werden verständlich rübergebracht.
Das Gameplay kann besonders gut punkten. Ashley wird mit dem Touchpen
gesteuert und von ihrem Standpunkt abhängig wird oben in der linken
Ecke ein Symbol angezeigt, das die Interaktion mit verschiedensten Gegenständen
ermöglicht. Erscheint das Symbol einer Lupe, kann ein bestimmter
Bereich näher untersucht werden. Taucht hingegen das Symbol eines
Menschen auf, kann man sich mit einer Person unterhalten. Im ersten
Fall werden Standbilder eingeblendet, die untersucht werden können.
Zudem können auch eingesammelte Gegenstände verwendet und
Fotos geschossen werden. Manchmal ist es auch erforderlich Rätsel
zu lösen. In diesem Punkt liegt auch die Stärke des Spiels,
denn es nutzt gekonnt nahezu alle Möglichkeiten des Nintendo DS.
Die Gespräche hingegen verlaufen leider sehr linear und auch die
meisten Gegenstände rufen bei den Personen keine Reaktionen hervor.
Die Grafik braucht sich nicht zu verstecken. Die Hintergründe
sind sehr detailreich und die Gestaltung der Charaktere im Anime-Look
ist durchaus gelungen. Die Oberwelt ist in 3D gehalten, wobei die Optik
ein wenig an die Grafik des Nintendo 64 erinnert. Für die Hardware-Kapazität
des Nintendo DS ist dies allerdings akzeptabel und außerdem nimmt
die Oberwelt nur einen kleinen Teil der Spielzeit ein. Diese beträgt
nur vier bis zehn Stunden, was wirklich schade ist. Der Soundtrack unterstreicht
jede Spielsituation passend, allerdings bleibt er eher im Hintergrund.
Ohrwürmer darf man also nicht erwarten.
Fazit: "Another Code - Two Memories" hat mich seinerzeit
unheimlich fasziniert, wodurch meine Affinität zum Adventure-Genre
geweckt wurde. Aufgrund des viel zu geringen Umfangs kann ich jedoch
maximal acht Punkte vergeben.
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