Another Code - Two Memories
Adventure


Motherfreak
Juni 11

 


Manche Spiele können einen dazu verleiten, sich für Genres zu interessieren, denen man vorher keine Beachtung geschenkt hat. Bei mir traf dies im Fall von "Another Code - Two Memories" bzw. "Another Code - Doppelte Erinnerung" zu, das 2005 weltweit für den Nintendo DS erschien.

Protagonistin des Spiels ist die dreizehnjährige Ashley aus Seattle. Kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag erhält sie ein Päckchen mit einem Brief und einem elektronischen Gerät von ihrem Vater. Soweit nichts ungewöhnliches, wären ihre Eltern nicht bereits vor elf Jahren verstorben. Laut Brief will sich ihr Vater mit ihr auf der Blood-Edward-Insel treffen. Das Gerät mit dem Namen DAS, was abgekürzt für Dual Another System steht, soll ihr in der schwierigen Lage helfen und ist universell einsetzbar. Es dient als Lesegerät für Mikrochips, als Fotoapparat sowie zum Speichern des Spieles. Auch wenn die Handlung relativ belanglos anfängt, wird sie doch schnell spannend und fesselt an den Bildschirm. Die Reaktionen und Handlungen der durchaus sympathischen Charaktere werden verständlich rübergebracht.

Das Gameplay kann besonders gut punkten. Ashley wird mit dem Touchpen gesteuert und von ihrem Standpunkt abhängig wird oben in der linken Ecke ein Symbol angezeigt, das die Interaktion mit verschiedensten Gegenständen ermöglicht. Erscheint das Symbol einer Lupe, kann ein bestimmter Bereich näher untersucht werden. Taucht hingegen das Symbol eines Menschen auf, kann man sich mit einer Person unterhalten. Im ersten Fall werden Standbilder eingeblendet, die untersucht werden können. Zudem können auch eingesammelte Gegenstände verwendet und Fotos geschossen werden. Manchmal ist es auch erforderlich Rätsel zu lösen. In diesem Punkt liegt auch die Stärke des Spiels, denn es nutzt gekonnt nahezu alle Möglichkeiten des Nintendo DS. Die Gespräche hingegen verlaufen leider sehr linear und auch die meisten Gegenstände rufen bei den Personen keine Reaktionen hervor.

Die Grafik braucht sich nicht zu verstecken. Die Hintergründe sind sehr detailreich und die Gestaltung der Charaktere im Anime-Look ist durchaus gelungen. Die Oberwelt ist in 3D gehalten, wobei die Optik ein wenig an die Grafik des Nintendo 64 erinnert. Für die Hardware-Kapazität des Nintendo DS ist dies allerdings akzeptabel und außerdem nimmt die Oberwelt nur einen kleinen Teil der Spielzeit ein. Diese beträgt nur vier bis zehn Stunden, was wirklich schade ist. Der Soundtrack unterstreicht jede Spielsituation passend, allerdings bleibt er eher im Hintergrund. Ohrwürmer darf man also nicht erwarten.

Fazit: "Another Code - Two Memories" hat mich seinerzeit unheimlich fasziniert, wodurch meine Affinität zum Adventure-Genre geweckt wurde. Aufgrund des viel zu geringen Umfangs kann ich jedoch maximal acht Punkte vergeben.