Es war Weihnachten, als meine von zu vielen bunten Lichtern ermüdeten
Augen eine Schachtel mit der Aufschrift "AXELAY" unter dem Weihnachtsbaum
erblickten. Und sie sah verdammt cool und verlockend aus: "Komm,
öffne mich und SPIEL!!!! Muahahaha!!!" Endlich Nachschub für
meinen vor kurzem erworbenen Super Nintendo. Die Dankbarkeit gegenüber
meinen Eltern kannte in diesem Augenblick keine Grenzen. Zumindest die
nächste halbe Stunde, da ich nicht sofort in mein Zimmer konnte,
um das Spiel auszuprobieren. ^^ Nach einigen Danksagungen, Umarmungen
und Küsschen verschwand ich dann unauffällig aus dem Wohnzimmer.
An der Stelle, an der ich noch vor kurzem stand, entstand plötzlich
ein luftleerer Raum. Und als die Luft ihn wieder zurückeroberte,
konnte die ganze Nachbarschaft ein lautes PLOPP hören. In meinem
Zimmer angekommen, wurde das Modul mit Lichtgeschwindigkeit in den Schacht
meiner SNES-Konsole geschoben und der Einschaltschieber betätigt.
Nachdem das Konami-Logo über den Fernsehbildschirm geflimmert war,
tauchte ich in eine neue Welt ein bzw. wurde in ein anderes Sonnensystem
gebeamt. ^^ Womit wir zur Story kommen.
Die Planeten des Illis-Sonnensystems werden von einem mysteriösen
Feind bedroht, dessen unverwüstliche Streitkraft (Das werden wir
noch sehen! ;) ) im Vergleich zur schwachen Flotte der Verteidiger riesig
und überwältigend ist. Letztendlich übersteht die hartnäckigen
Angriffe des Feindes nur ein einziges Raumschiff. Ja, das sieht wirklich
übel aus. ^^ Und dieses Raumschiff heißt "Axelay".
(Sarkasmus an. Wer hätte das gedacht? Sarkasmus aus.) Damit ist
die Story beendet (Sarkasmus an. Welch eine epische Geschichte voller
Leid, dramatischer Schicksalsschläge, spannender Wendungen, heroischer
Einsätze und selbstloser Opfer. Sarkasmus aus.). Aber mal Hand
aufs Herz, wozu benötigen Weltraumballereien eine Story? Die Hauptsache
ist doch, dass es scheppert, knallt und explodiert. Das Leveldesign
muss stimmen und die Bosse sollen riesig sein. Habe ich Recht oder habe
ich Recht? ;)
Also weiter im Programm. Am Anfang eines jeden Levels taucht ein Waffenauswahlmenü
auf. Hier muss man sich drei von insgesamt acht Waffen aussuchen, mit
denen man im nachfolgenden Level den Gegnern ordentlich in den Ar…
Hintern treten kann. ^^ Zu Beginn des Spieles stehen jedoch nur drei
zur Auswahl, womit die Wahl schnell getroffen ist. Der erfolgreiche
Abschluss eines jeden Levels schaltet aber immer eine weitere Waffe
frei. Das Arsenal unterteilt sich dabei in drei Gruppen: Schusswaffen,
Raketen und Bomben. Es besteht aus Straight Laser, Wind Laser, 360°
Vulcan Gun, Neddle Cracker, Morning Star, Macro Missile, Explosion Bomb
und Cluster Bomb. Nach der Auswahl wird man mit folgenden coolen Worten
und Glückwünschen auf den Feind losgelassen: "Arms installation
is complete. Good Luck!"
Im ersten Level fliegt man vertikal über den Wolken, wo die Freiheit
bekanntlich grenzenlos sein soll. Dem ist leider nicht so, denn man
wird hier von vielen gemeinen Objekten und bewaffneten Asteroiden beschossen
(Was ja auch der Sinn einer Weltraumballerei ist. ^^). Hier offenbart
sich auch direkt eine Besonderheit des Spieles. Es vermittelt einem
das Gefühl, direkt in den Bildschirm hinein zu fliegen, was durch
geschickt eingesetzte Mode 7-Effekte und ein Parallax-Scrolling möglich
gemacht wird. Böse Zungen sagen auch "Pseudo-3D" dazu.
^^ Als Endgegner fungiert eine große, mechanische Spinne. Im zweiten
Level, der jetzt plötzlich horizontal scrollt, fliegt man durch
eine Roboterfabrik (Sehr cooler Sound und Musik übrigens, aber
später gibt es dazu mehr. ^^). Der Boss ist ein großer Walker,
der mit einem enorm breiten Laserstrahl glänzt. Im dritten, erneut
vertikalen Level düst man über einen bewohnten Planeten, was
sich in prachtvoll beleuchteten Bauten äußert. Der hier auftretende
Endgegner hat mich zunächst sehr verwirrt. Einem fliegenden Kreisel
entsprechend sieht er wirklich sehr bescheiden aus. ^^ Dies ändert
sich aber, wenn seine zweite Form in Erscheinung tritt: ein bis über
beide Ohren bewaffnetes Flugobjekt mit dicken Lasern. Jaaaaaaa, so soll
es sein! ^^ Der vierte Level spielt sich wieder horizontal ab, diesmal
in einer überfluteten Höhle. Und es gibt hier ebenfalls eine
Besonderheit zu verzeichnen. Dieser Level wurde mit Hilfe der Interlace-Technik
erstellt, was ihm eine höhere Auflösung verschafft, und das
ohne Ruckler. Der Obermotz ist (Sarkasmus an. Selbstverständlich.
Sarkasmus aus.) ein mutiertes Unterwasserwesen. Im fünften, und
wie ihr sicher schon geahnt habt, erneut vertikal scrollenden Level
fliegt man über einem Feuerplaneten. Man begegnet hier riesigen
und unzerstörbaren Feuerwürmern, die aus "Dune"
hätten stammen können. Diesmal erwartet einen am Ende ein
Boss der Sorte "WOW!", was mir auch öfters über
die Lippen kam. ^^ Der bildschirmgroße Lava-Golem (Eine andere
Bezeichnung fällt mir nicht ein…) gehört zu den beeindruckendsten
Endgegnern, die ich bis dahin gesehen hatte. Im sechsten und finalen
Level (Ja, horizontal! ^^) wird man von der geballten Macht der feindlichen
Armada attackiert. Riesige Kreuzer der Marke "R-Type" tauchen
sehr oft auf und wollen pulverisiert werden. Gegen Ende fliegt man in
das Mutterschiff hinein und begegnet "Ihm". Dem absoluten
Bösen. Dem Endboss. Einem wabbelnden Alien-Mutanten, der sich verzweifelt
in mehreren Formen und Varianten verteidigt. Jaaaaaaa, jetzt hat er
plötzlich Angst! ^^ Danach folgt noch der Abspann. Das Spiel ist
damit leider etwas zu kurz geraten, denn als geübter Pilot ist
man in ca. einer Stunde damit fertig. Für meinen Geschmack ist
das etwas wenig, weshalb hier schon mal ein Punkt flöten geht.
Kommen wir nun, wie versprochen, zum Sound. Die Musik ist wirklich
super, sehr stimmungsvoll und, wie ich finde, sehr passend. Den absoluten
Hammer stellen aber die Soundeffekte dar, wenn ich das so ausdrücken
darf. ^^ Ob mechanische Töne oder undefinierbare Laute, die einem
kalte Schauer auf dem Rücken verursachen, sie untermalen die Atmosphäre
mehr als gekonnt. Vor jedem Endgegner ertönt ein Alarm und fremdartige
Stimmen erklingen. Ich sage einfach nur: sehr cool!
Alles in allem ist "Axelay" ein sehr gutes Shoot´em
up-Spiel, das mit sehr beeindruckender Grafik und einem tollen Sound
die SNES-Konsole öfters mal an ihre Hardware-Grenzen bringt. Leider
treten dadurch an manchen Stellen einige Ruckler auf. Ruckler? Ich hasse
Ruckler! Wieder ein Punkt futsch. ^^ Für Baller-Fans ist "Axelay"
jedoch ein Muss, das in keiner vernünftigen Super Nintendo-Sammlung
fehlen sollte! Deshalb kann ich mit ruhigem Gewissen acht Punkte vergeben.
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