Axelay
Shoot´em up

Acid Andy
August 10
 

Es war Weihnachten, als meine von zu vielen bunten Lichtern ermüdeten Augen eine Schachtel mit der Aufschrift "AXELAY" unter dem Weihnachtsbaum erblickten. Und sie sah verdammt cool und verlockend aus: "Komm, öffne mich und SPIEL!!!! Muahahaha!!!" Endlich Nachschub für meinen vor kurzem erworbenen Super Nintendo. Die Dankbarkeit gegenüber meinen Eltern kannte in diesem Augenblick keine Grenzen. Zumindest die nächste halbe Stunde, da ich nicht sofort in mein Zimmer konnte, um das Spiel auszuprobieren. ^^ Nach einigen Danksagungen, Umarmungen und Küsschen verschwand ich dann unauffällig aus dem Wohnzimmer. An der Stelle, an der ich noch vor kurzem stand, entstand plötzlich ein luftleerer Raum. Und als die Luft ihn wieder zurückeroberte, konnte die ganze Nachbarschaft ein lautes PLOPP hören. In meinem Zimmer angekommen, wurde das Modul mit Lichtgeschwindigkeit in den Schacht meiner SNES-Konsole geschoben und der Einschaltschieber betätigt. Nachdem das Konami-Logo über den Fernsehbildschirm geflimmert war, tauchte ich in eine neue Welt ein bzw. wurde in ein anderes Sonnensystem gebeamt. ^^ Womit wir zur Story kommen.

Die Planeten des Illis-Sonnensystems werden von einem mysteriösen Feind bedroht, dessen unverwüstliche Streitkraft (Das werden wir noch sehen! ;) ) im Vergleich zur schwachen Flotte der Verteidiger riesig und überwältigend ist. Letztendlich übersteht die hartnäckigen Angriffe des Feindes nur ein einziges Raumschiff. Ja, das sieht wirklich übel aus. ^^ Und dieses Raumschiff heißt "Axelay". (Sarkasmus an. Wer hätte das gedacht? Sarkasmus aus.) Damit ist die Story beendet (Sarkasmus an. Welch eine epische Geschichte voller Leid, dramatischer Schicksalsschläge, spannender Wendungen, heroischer Einsätze und selbstloser Opfer. Sarkasmus aus.). Aber mal Hand aufs Herz, wozu benötigen Weltraumballereien eine Story? Die Hauptsache ist doch, dass es scheppert, knallt und explodiert. Das Leveldesign muss stimmen und die Bosse sollen riesig sein. Habe ich Recht oder habe ich Recht? ;)

Also weiter im Programm. Am Anfang eines jeden Levels taucht ein Waffenauswahlmenü auf. Hier muss man sich drei von insgesamt acht Waffen aussuchen, mit denen man im nachfolgenden Level den Gegnern ordentlich in den Ar… Hintern treten kann. ^^ Zu Beginn des Spieles stehen jedoch nur drei zur Auswahl, womit die Wahl schnell getroffen ist. Der erfolgreiche Abschluss eines jeden Levels schaltet aber immer eine weitere Waffe frei. Das Arsenal unterteilt sich dabei in drei Gruppen: Schusswaffen, Raketen und Bomben. Es besteht aus Straight Laser, Wind Laser, 360° Vulcan Gun, Neddle Cracker, Morning Star, Macro Missile, Explosion Bomb und Cluster Bomb. Nach der Auswahl wird man mit folgenden coolen Worten und Glückwünschen auf den Feind losgelassen: "Arms installation is complete. Good Luck!"

Im ersten Level fliegt man vertikal über den Wolken, wo die Freiheit bekanntlich grenzenlos sein soll. Dem ist leider nicht so, denn man wird hier von vielen gemeinen Objekten und bewaffneten Asteroiden beschossen (Was ja auch der Sinn einer Weltraumballerei ist. ^^). Hier offenbart sich auch direkt eine Besonderheit des Spieles. Es vermittelt einem das Gefühl, direkt in den Bildschirm hinein zu fliegen, was durch geschickt eingesetzte Mode 7-Effekte und ein Parallax-Scrolling möglich gemacht wird. Böse Zungen sagen auch "Pseudo-3D" dazu. ^^ Als Endgegner fungiert eine große, mechanische Spinne. Im zweiten Level, der jetzt plötzlich horizontal scrollt, fliegt man durch eine Roboterfabrik (Sehr cooler Sound und Musik übrigens, aber später gibt es dazu mehr. ^^). Der Boss ist ein großer Walker, der mit einem enorm breiten Laserstrahl glänzt. Im dritten, erneut vertikalen Level düst man über einen bewohnten Planeten, was sich in prachtvoll beleuchteten Bauten äußert. Der hier auftretende Endgegner hat mich zunächst sehr verwirrt. Einem fliegenden Kreisel entsprechend sieht er wirklich sehr bescheiden aus. ^^ Dies ändert sich aber, wenn seine zweite Form in Erscheinung tritt: ein bis über beide Ohren bewaffnetes Flugobjekt mit dicken Lasern. Jaaaaaaa, so soll es sein! ^^ Der vierte Level spielt sich wieder horizontal ab, diesmal in einer überfluteten Höhle. Und es gibt hier ebenfalls eine Besonderheit zu verzeichnen. Dieser Level wurde mit Hilfe der Interlace-Technik erstellt, was ihm eine höhere Auflösung verschafft, und das ohne Ruckler. Der Obermotz ist (Sarkasmus an. Selbstverständlich. Sarkasmus aus.) ein mutiertes Unterwasserwesen. Im fünften, und wie ihr sicher schon geahnt habt, erneut vertikal scrollenden Level fliegt man über einem Feuerplaneten. Man begegnet hier riesigen und unzerstörbaren Feuerwürmern, die aus "Dune" hätten stammen können. Diesmal erwartet einen am Ende ein Boss der Sorte "WOW!", was mir auch öfters über die Lippen kam. ^^ Der bildschirmgroße Lava-Golem (Eine andere Bezeichnung fällt mir nicht ein…) gehört zu den beeindruckendsten Endgegnern, die ich bis dahin gesehen hatte. Im sechsten und finalen Level (Ja, horizontal! ^^) wird man von der geballten Macht der feindlichen Armada attackiert. Riesige Kreuzer der Marke "R-Type" tauchen sehr oft auf und wollen pulverisiert werden. Gegen Ende fliegt man in das Mutterschiff hinein und begegnet "Ihm". Dem absoluten Bösen. Dem Endboss. Einem wabbelnden Alien-Mutanten, der sich verzweifelt in mehreren Formen und Varianten verteidigt. Jaaaaaaa, jetzt hat er plötzlich Angst! ^^ Danach folgt noch der Abspann. Das Spiel ist damit leider etwas zu kurz geraten, denn als geübter Pilot ist man in ca. einer Stunde damit fertig. Für meinen Geschmack ist das etwas wenig, weshalb hier schon mal ein Punkt flöten geht.

Kommen wir nun, wie versprochen, zum Sound. Die Musik ist wirklich super, sehr stimmungsvoll und, wie ich finde, sehr passend. Den absoluten Hammer stellen aber die Soundeffekte dar, wenn ich das so ausdrücken darf. ^^ Ob mechanische Töne oder undefinierbare Laute, die einem kalte Schauer auf dem Rücken verursachen, sie untermalen die Atmosphäre mehr als gekonnt. Vor jedem Endgegner ertönt ein Alarm und fremdartige Stimmen erklingen. Ich sage einfach nur: sehr cool!

Alles in allem ist "Axelay" ein sehr gutes Shoot´em up-Spiel, das mit sehr beeindruckender Grafik und einem tollen Sound die SNES-Konsole öfters mal an ihre Hardware-Grenzen bringt. Leider treten dadurch an manchen Stellen einige Ruckler auf. Ruckler? Ich hasse Ruckler! Wieder ein Punkt futsch. ^^ Für Baller-Fans ist "Axelay" jedoch ein Muss, das in keiner vernünftigen Super Nintendo-Sammlung fehlen sollte! Deshalb kann ich mit ruhigem Gewissen acht Punkte vergeben.