Browning - The ultimate fighting machine?
Dieses Spiel wird beinahe ausnahmslos als eines der schlechtesten Werke
für die PC-Engine angesehen, obwohl es mit einer wahrlich beeindruckenden
technischen Präsentation glänzt. Thematisch liegt "Browning"
ebenfalls voll auf der Linie des PC-Engine-Clientels, steht doch der
Titel für einen modernen Spezialkampfroboter, der ganz konkret
"Brown Innovatory Gunner" heißt. Als Pilot dieses Wunders
der Technik müssen wir nun die geheimnisvolle Insel "Sea Square"
infiltrieren, denn Gerüchten zufolge soll dort eine mysteriöse
Gruppe an der ultimativen Waffe arbeiten, einer Waffe, die die gesamte
Welt zerstören könnte. Somit weist das Spiel die besten Voraussetzungen
für ein wirklich solides Action-Spektakel auf. Leider ist daraus
etwas ganz anderes geworden.
Dabei fängt "Browning" recht vielversprechend an. In
Form eines Action-Plattformers stampft man mit dem schwer gepanzerten
Kampfroboter durch eine ansehnliche Küstenlandschaft, bei der einem
sofort das vielschichtige Parallax-Scrolling ins Auge fällt. Unsere
Maschine reagiert auf die Gamepad-Kommandos entsprechend ihrem Gewicht
träge, lässt sich mit etwas Übung aber gut handhaben.
Neben Standardaktionen wie Feuern und Springen kann man Laufen und Fliegen,
wobei die Flugfähigkeit aufgrund der Überhitzung der Triebwerke
stark beschränkt ist.
Dies zur Kenntnis nehmend stürzte ich mich sofort ins Action-Getümmel,
nur um wenige Augenblicke später dem ersten Boss gegenüber
zu stehen. Ohne mich wirklich viel anstrengen zu müssen, lag er
bald als Schrotthaufen vor mir und der erste Level war innerhalb einer
Minute beendet. Die tolle Zwischensequenz genießend habe ich mir
noch Nichts dabei gedacht. Im zweiten Spielabschnitt wird es bereits
etwas schwieriger. Hier wird man von seltsamen fliegenden Objekten angegriffen,
die bei Kontakt die neun Energieeinheiten unseres Roboters stark dezimieren.
Erstaunt stellte ich dabei fest, dass die Energie sich mit der Zeit
selbstständig regeneriert. Dieser Vorgang ist aber sehr langwierig,
so dass mich die nächsten zwei Treffer ins Jenseits beförderten.
Gott sei Dank bietet "Browning" einen unerschöpflichen
Vorrat an Fortsetzungsmöglichkeiten. Dank eines knappen Zeitlimits
sowie der gravitationsempfindlichen Steuerung im Flugmodus endeten die
nächsten Versuche ähnlich. Dabei ist der Bossgegner dieses
Levels ebenfalls nur einen Steinwurf vom Startpunkt entfernt. Mit etwas
Geduld konnte ich diesen Level allerdings noch schaffen. Aber im nächsten
Level folgte dann prompt die Ernüchterung. Nach einem weiteren
kurzen und nichtssagenden Spielabschnitt müssen nämlich gleich
zwei Bosse hintereinander bezwungen werden, was die meisten Spieler
vor unlösbare Probleme stellt. Denn während man selbst ewig
auf sie feuern muss, ist man selbst nach nur drei oder vier feindlichen
Treffern Geschichte. Unzählige Male habe ich mir hierbei die Zähne
ausgebissen, bis der zweite Boss endlich nachgab. Im darauffolgenden
Level wird es mit insgesamt drei Bossen, wobei die beiden letzten gemeinsam
auftreten, noch schwieriger. Im Rahmen des Tests habe ich mich jedoch
zusammengerissen und auch diesen Level beenden können, allerdings
ungelogen erst nach ca. 100 Versuchen. Im anschließenden finalen
Spielabschnitt wird das Spiel aber dermaßen unfair, dass es einfach
absolut keinen Spaß mehr macht. Und um ganz ehrlich zu sein, hatte
es mir bis hierhin nur wenig Freude bereitet. "Browning" ist
schlicht und ergreifend ein reines Frusterlebnis, dessen extrem kurze
Spielzeit von maximal 10 Minuten aufgrund des übertrieben hohen
Schwierigkeitsgrades künstlich in die Länge von mehreren Stunden
gezogen wird. Mehr als einmal wird man sich mit dem Spiel deshalb nicht
abgeben wollen. In meinem Fall bin ich immerhin noch bis zur ultimativen
Waffe vorgedrungen. Dies hat mich aber mindestens 200 weitere Versuche
und einen Haufen Nerven gekostet.
Mit fünf lächerlich kurzen, dafür für die meisten
unspielbaren Levels, besitzt "Browning" absolut keinen Spielwitz.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Spiel werden nur die wenigsten
in Betracht ziehen. Das tolle Mech-Design, die schicken Grafiken und
Zwischensequenzen, die nette Soundkulisse, die sogar Sprachausgabe beinhaltet,
sind hier einfach verschwendet, denn dieses Spiel ist nicht viel mehr
als eine Grafik-Demo. Aus diesem Grund gibt es nur drei magere Punkte.
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