Browning
Action

Minrod
Januar 11
 

Browning - The ultimate fighting machine?

Dieses Spiel wird beinahe ausnahmslos als eines der schlechtesten Werke für die PC-Engine angesehen, obwohl es mit einer wahrlich beeindruckenden technischen Präsentation glänzt. Thematisch liegt "Browning" ebenfalls voll auf der Linie des PC-Engine-Clientels, steht doch der Titel für einen modernen Spezialkampfroboter, der ganz konkret "Brown Innovatory Gunner" heißt. Als Pilot dieses Wunders der Technik müssen wir nun die geheimnisvolle Insel "Sea Square" infiltrieren, denn Gerüchten zufolge soll dort eine mysteriöse Gruppe an der ultimativen Waffe arbeiten, einer Waffe, die die gesamte Welt zerstören könnte. Somit weist das Spiel die besten Voraussetzungen für ein wirklich solides Action-Spektakel auf. Leider ist daraus etwas ganz anderes geworden.

Dabei fängt "Browning" recht vielversprechend an. In Form eines Action-Plattformers stampft man mit dem schwer gepanzerten Kampfroboter durch eine ansehnliche Küstenlandschaft, bei der einem sofort das vielschichtige Parallax-Scrolling ins Auge fällt. Unsere Maschine reagiert auf die Gamepad-Kommandos entsprechend ihrem Gewicht träge, lässt sich mit etwas Übung aber gut handhaben. Neben Standardaktionen wie Feuern und Springen kann man Laufen und Fliegen, wobei die Flugfähigkeit aufgrund der Überhitzung der Triebwerke stark beschränkt ist.

Dies zur Kenntnis nehmend stürzte ich mich sofort ins Action-Getümmel, nur um wenige Augenblicke später dem ersten Boss gegenüber zu stehen. Ohne mich wirklich viel anstrengen zu müssen, lag er bald als Schrotthaufen vor mir und der erste Level war innerhalb einer Minute beendet. Die tolle Zwischensequenz genießend habe ich mir noch Nichts dabei gedacht. Im zweiten Spielabschnitt wird es bereits etwas schwieriger. Hier wird man von seltsamen fliegenden Objekten angegriffen, die bei Kontakt die neun Energieeinheiten unseres Roboters stark dezimieren. Erstaunt stellte ich dabei fest, dass die Energie sich mit der Zeit selbstständig regeneriert. Dieser Vorgang ist aber sehr langwierig, so dass mich die nächsten zwei Treffer ins Jenseits beförderten. Gott sei Dank bietet "Browning" einen unerschöpflichen Vorrat an Fortsetzungsmöglichkeiten. Dank eines knappen Zeitlimits sowie der gravitationsempfindlichen Steuerung im Flugmodus endeten die nächsten Versuche ähnlich. Dabei ist der Bossgegner dieses Levels ebenfalls nur einen Steinwurf vom Startpunkt entfernt. Mit etwas Geduld konnte ich diesen Level allerdings noch schaffen. Aber im nächsten Level folgte dann prompt die Ernüchterung. Nach einem weiteren kurzen und nichtssagenden Spielabschnitt müssen nämlich gleich zwei Bosse hintereinander bezwungen werden, was die meisten Spieler vor unlösbare Probleme stellt. Denn während man selbst ewig auf sie feuern muss, ist man selbst nach nur drei oder vier feindlichen Treffern Geschichte. Unzählige Male habe ich mir hierbei die Zähne ausgebissen, bis der zweite Boss endlich nachgab. Im darauffolgenden Level wird es mit insgesamt drei Bossen, wobei die beiden letzten gemeinsam auftreten, noch schwieriger. Im Rahmen des Tests habe ich mich jedoch zusammengerissen und auch diesen Level beenden können, allerdings ungelogen erst nach ca. 100 Versuchen. Im anschließenden finalen Spielabschnitt wird das Spiel aber dermaßen unfair, dass es einfach absolut keinen Spaß mehr macht. Und um ganz ehrlich zu sein, hatte es mir bis hierhin nur wenig Freude bereitet. "Browning" ist schlicht und ergreifend ein reines Frusterlebnis, dessen extrem kurze Spielzeit von maximal 10 Minuten aufgrund des übertrieben hohen Schwierigkeitsgrades künstlich in die Länge von mehreren Stunden gezogen wird. Mehr als einmal wird man sich mit dem Spiel deshalb nicht abgeben wollen. In meinem Fall bin ich immerhin noch bis zur ultimativen Waffe vorgedrungen. Dies hat mich aber mindestens 200 weitere Versuche und einen Haufen Nerven gekostet.

Mit fünf lächerlich kurzen, dafür für die meisten unspielbaren Levels, besitzt "Browning" absolut keinen Spielwitz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Spiel werden nur die wenigsten in Betracht ziehen. Das tolle Mech-Design, die schicken Grafiken und Zwischensequenzen, die nette Soundkulisse, die sogar Sprachausgabe beinhaltet, sind hier einfach verschwendet, denn dieses Spiel ist nicht viel mehr als eine Grafik-Demo. Aus diesem Grund gibt es nur drei magere Punkte.