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In den 80´er sowie frühen 90´er Jahren sprießten
militärische Arcade-Shooter regelrecht wie Pilze aus dem Boden.
Allem Anschein nach wollte sich kein renommierter Hersteller von Videospielen
das lukrative Geschäft mit der damals stark gefragten Weltkrieg-Thematik
durch die Lappen gehen lassen. Die Flut an beinahe gleichen Vertikal-Shootern,
bei denen man entweder mit einem flinken Jäger oder einem Helikopter
riesige feindliche Militärfuhrparks vernichtet, ist deshalb gewaltig.
Nur wenige dieser Spiele heben sich etwas von der Masse ab. Eines davon
heißt "Daisenpuu" und wurde von Toaplan entwickelt, dem
Hersteller, der sich bereits im Vorfeld mit "Tiger Heli",
"Flying Shark" sowie "Kyuukyoku Tiger" einen guten
Namen machte. Obwohl das Spiel nie einen simultanen 2-Player-Modus hatte,
wurde es für den westlichen Markt mit "Twin Hawk" betitelt.
Diesen Namen hört man in Verbindung mit diesem Spiel jedoch selten,
denn die japanische PC-Engine-Konvertierung ist die bekannteste. Und
sie steht auch im Mittelpunkt meines Reviews, da ich das Original niemals
gespielt habe.
Die Handlung des Spieles setzt nach einem alternativen Zweiten Weltkrieg
an und handelt von einem Putschversuch in einem neu gegründeten
europäischen Staat. Als Pilot und treuer Gefolgsmann der Regierung
bricht man deshalb in einem wendigen Flieger sofort zum Gegenschlag
auf. Das übliche Szenario lässt einen über vom Krieg
gekennzeichnete Gebiete fliegen, die nur so von diversen feindlichen
Boden- und Seestreitkräften wimmeln. Fliegende Einheiten spielen
hier keine Rolle, da man bei "Daisenpuu" wirklich nur gegen
Bodenziele kämpft! Dies ist eine der Besonderheiten des Spieles,
die mögliche Kollisionen bereits im Vorfeld ausschließt.
Man muss sich also nur auf das feindliche Gegenfeuer konzentrieren,
das jedoch nicht zu knapp ausfällt. Glücklicherweise darf
man selbst ebenfalls auf ein wahres Feuerinferno zurückgreifen,
das sich in einer unterstützenden Flieger-Schwadron und somit der
zweiten Eigenart des Spieles äußert. Durch das Abrufen der
stark beschränkten Hilfe übernimmt man automatisch das Kommando
über sechs weitere Flugzeuge, die einen solange begleiten, bis
sie abgeschossen werden oder aufgrund eines Befehls einen Kamikaze-Angriff
starten. Das Steuern dieser Flugzeuge erweist sich als recht trickreich,
da sie nur ganz träge dem Manöver unseres Fliegers folgen.
Gekonnt eingesetzt, verursachen sie zumindest unter den Standardgegnern
massiv Schaden. Bei den aus allen Rohren wild um sich feuernden Bossen
sind sie dagegen weniger brauchbar, da sie einfach zu schnell das Zeitliche
segnen. Der Einsatz eines sofortigen Kamikaze-Kommandos durch das zweimalige
Drücken des vorgesehenen Buttons, das sich in einer vernichtenden
Explosion entlädt, ist bei den schweren Brocken weitaus sinnvoller.
Um dem Feind noch zusätzlich das Leben schwerer zu machen, sollte
man genretypisch möglichst viele Power up-Symbole aufsammeln, die
die eigene Feuerkraft erheblich verstärken. Nur treffen sollte
man sich nicht lassen, da man ansonsten mit der Standardbewaffnung zurück
zum letzten Checkpoint versetzt wird.
Der Schwierigkeitsgrad fällt recht ausgewogen aus, lässt
sich bei Bedarf jedoch noch senken oder erhöhen. Im einfachen Modus
ist das Spiel aber schon viel zu leicht und deshalb zu monoton. Zumal
es aus einem einzigen langen Spielabschnitt besteht, der das Spiel relativ
kurz erscheinen lässt. Bewältigt man seine Aufgabe erfolgreich,
wird man jedes Mal an den Anfang des Spieles befördert, um es in
einer schwierigeren Variante erneut in Angriff zu nehmen. Egal auf welchem
Schwierigkeitsgrad, spätestens ab dem dritten Loop wird das zu
einseitig gestrickte Spiel langweilig. Mit den farbenfrohen und größtenteils
schönen Grafiken, der netten musikalischen Untermalung sowie einer
sauberen Programmierung hätte es sicherlich besser sein können.
Aber gut, es hält sich an die Spielhallen-Vorlage und lässt
sich ohne Zweifel als eine gelungene Konvertierung dieser bezeichnen.
Fazit: "Daisenpuu" ist, wenn auch zu kurz und etwas zu einseitig,
recht gut und für wenig Geld mit Sicherheit eine lohnende Anschaffung,
zumal es gerade mit seiner Kamikaze-Schwadron-Option recht interessant
ist. Getestet habe ich dabei nur die HuCard-Variante, die laut allgemeiner
Übereinstimmung der verschlimmbesserten CD-Ausgabe mit dem Namenszusatz
"Custom" deutlich vorzuziehen ist.
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