Densetsu no Starfy
Jump´n´run

Motherfreak
Juli 10
 

Heute stelle ich ein Game Boy Advance-Spiel vor, welches 2002 nur in Japan erschienen ist und in bestimmten Kreisen schon nach kurzer Zeit einen gewissen Kultstatus erreichte: Densetsu no Starfy. Das Spiel ist der erste Teil einer bereits fünfteiligen Videospielreihe, welche komplett dem Jump´n´run-Genre zugeordnet werden kann, obwohl das Gameplay etwas ungewöhnlich ist, da die Levels häufig unter Wasser angesiedelt sind. Die Steuerung wurde dementsprechend auch darauf ausgerichtet. Der sternähnliche Starfy, der Protagonist des Spiels, ist unter Wasser viel beweglicher und kann sich dort auch besser gegen die Gegner behaupten. Auch die Perlen, die als Währung dienen, findet man dort häufiger. An Land ist Starfy dagegen eher eingeschränkt und ungeschützt, was manchmal beachtet werden muss. Zur Verteidigung greift Starfy auf einen Wirbelangriff zurück, welcher mit der B-Taste ausgeführt wird. Er stellt Starfys einzige Abwehr dar, die allerdings noch erweitert werden kann. Im Laufe des Spieles gesellen sich weitere Fähigkeiten hinzu, mit denen neue Abschnitte erreicht werden können. Dabei war das Spiel nicht von Anfang an auf Wasser versiert, womit ich zu der Geschichte hinter dem Spiel komme.

Im November 1995 bekam Hitoshi Yamagami von TOSE (genauer gesagt von Yasuhiro Minamimoto) die Anweisung, eine Art Spiel zu entwickeln, welches fliegende Charaktere thematisiert. Ein Stern sollte als Hauptcharakter fungieren. Daraufhin begannen sie mit der Entwicklung, hatten aber Schwierigkeiten mit der Steuerung, die sie als nervig empfanden. So kamen die beiden auf die Idee, dass ein wasserbasierter Charakter, ein Seestern oder eine Qualle eine bessere Idee wäre. Anfangs war das Spiel für den Game Boy vorgesehen, später entschloss man sich für den Game Boy Color, wovon bis heute noch einige Screenshots existieren. Als Nintendo den Game Boy Advance ankündigte, sah sich TOSE jedoch gezwungen, erneut die neuste Hardware zu berücksichtigen. Die Namen der Spielfiguren, das Logo und die Eigenschaften von Starfy wurden aus unbestimmten Gründen geändert. Laut Hitoshi Yamagami ist Starfy aber weder ein Stern noch ein Seestern.

Jetzt aber wieder zum Spiel. Densetsu no Starfy bietet eine gute Grafik mit zahlreichen Details. Allerdings ist der Stil eher kindlich gestaltet, was einige Spieler eventuell abschrecken könnte. So verhält es sich auch mit dem Schwierigkeitsgrad. Die einzelnen Levels sind relativ leicht und schnell zu schaffen. Speichern kann man bei der Meerjungfrau, welche relativ häufig im Spiel vorkommt. Textpassagen und Dialoge zwischen den Spielfiguren stellen eine weitere Eigenart des Spieles dar. Dabei muss man nicht zwangsläufig Japanisch können, um das Spiel zu genießen. Von der Handlung des Spieles kriegt man aber so nichts mit. Als kleine Orientierungshilfe folgt nun eine Übersicht über die vielen Charaktere.

Starfy ist der Held dieser Geschichte. Er ließ aus versehen Ogura, einen teuflischen Aal, frei. Dieser verwüstet den Tenkai Palast (bzw. Sky Sea Palace oder Pufftop Palace), woraufhin Starfy wortwörtlich aus allen Wolken direkt ins Meer fällt. Auf seiner Jagd nach Ogura hilft er verschiedenen Tieren in Not. Er selbst ist als zuverlässig, aber auch tollpatschig zu bezeichnen.
Kyorosuke ist eine Muschel und der beste Freund von Starfy. Er besitzt eine schnell reizbare Persönlichkeit und ist darüber hinaus auch noch ziemlich unverschämt und arrogant. Ebenso ist er ein Angsthase und überlässt Starfy die Drecksarbeit. Allerdings hat er auch eine gute Seite, welche er besonders gegenüber HadeHirari zeigt.
HadeHirari, ein weiblicher Feuerfisch, besitzt eine sanftmütige Persönlichkeit und wohnt in einem stylischen Haus auf dem Meeresboden. Kyorosuke ist heimlich in sie verliebt.
Ogura ist der Antagonist des Spiels. Er ist zu Beginn des Spieles in einer Urne gefangen, da er ansonsten nur Chaos und Zerstörung anstellt. Dies tut er auch, nachdem er befreit wird.
Lobjii-san ist ein alter und weiser Hummer, welcher häufig Starfy und seinen Freunden Ratschläge gibt und ihnen den richtigen Weg weist.
Pa Star ist der König vom Tenkai Palast. Er und Lobjii-san haben vor langer Zeit gegen Ogura gekämpft und ihn in der Urne eingesperrt.
Ma Star ist die Mutter von Starfy und die Königin vom Tenkai Palast.
Mermaid oder auch die Meerjungfrau ist eine freundliche Person, die sich zumeist in einer Muschel aufhält. Bei ihr kann man Speichern.

Das Spiel verkaufte sich bis zum Ende des Jahres 2002 rund 292.000 Mal und war somit relativ erfolgreich, was nicht zuletzt an dem aufwendig erstellten Anime-Werbespot lag. Der Soundtrack ist recht bunt und fröhlich, hält sich aber eher im Hintergrund, so dass er nie nervt.

Fazit: Das Spiel macht Spaß und einen guten Gesamteindruck. Die knuddelige Grafik, die leider vielen an diesem Spiel nicht gefällt, stört mich nicht im Geringsten. Meiner Ansicht nach verdient Densetsu no Starfy mit seiner innovativen Wasserthematik satte neun Punkte.