Die vielfältige Videospielwelt quillt regelrecht über vor unzähligen
Jump´n´run´s, die meisten davon verfolgen jedoch ein
und dasselbe Prinzip, weshalb man sie schnell wieder vergisst. Einige
wenige sind aber einzigartig und lassen die Herzen der Spieler höher
schlagen. Und in diese Kategorie gehört auf jeden Fall Drill Dozer
für den Game Boy Advance.
Das Spiel erschien zuerst 2005 unter dem Namen Screw Breaker in Japan
und ein Jahr später als Drill Dozer in den Vereinigten Staaten.
Während es in Japan noch recht erfolgreich war, versagte es in
Amerika kläglich. Dies führte dazu, dass es von den europäischen
Lokalisationslisten verschwand. Deshalb ist Drill Dozer bei uns relativ
unbekannt, auch wenn die Hauptdarstellerin Jill in Super Smash Bros.
Brawl in Form einer Helfertrophäe auftaucht und weitere Charaktere
als Sticker vorkommen. Nun aber zum eigentlichen Spiel, das mit integriertem
Rumble Pack daherkommt und streng genommen kein reinrassiges Jump´n´run
ist.
Drill Dozer handelt von der rosahaarigen Jill, der Tochter des Oberhaupts
einer gerechtigkeitsliebenden Diebesbande mit dem Namen Red Dozers.
Als ihr Vater Doug von den rivalisierenden Skullkers überfallen
und der rote Diamant, der größte Schatz der Red Dozer und
das letzte Erbe von Jills verstorbener Mutter, gestohlen wird, macht
sie sich mit den beiden Gangmitgliedern Grutch und Gearmo auf, um ihn
zurückzuholen. Dabei greift sie auf die stärkste Geheimwaffe
der Red Dozers, den titelgebenden Drill Dozer, zurück.
Mit Hilfe des Drill Dozers gilt es nun, alle Levels des Spieles zu
schaffen. Dabei fungiert der Drill Dozer als riesiger Bohrer, welcher
mittels der L- und R-Tasten jeweils nach Links und Rechts gedreht werden
kann. Sein Einsatz aktiviert auch den Rumble Pack, was dem Spielgefühl
positiv zu Gute kommt. Das ganze Geschehen findet klassisch aus der
Seitenansicht statt und beschäftigt sich vorwiegend mit dem Bohren.
Dabei kann der Bohrer nicht nur frontal, sondern auch nach oben und
unten eingesetzt werden, wie die Situation es gerade erfordert. Darüber
hinaus lässt er sich sehr vielseitig verwenden. So kann man mit
ihm Wände einreißen, Blöcke und Gegner durchbohren sowie
Lifte und sogar wabbelnde Blöcke benutzen. Letztere sind zum Abstoßen
da, damit Jill weit entfernte oder hohe Plattformen erreicht. Manche
Hindernisse wie zum Beispiel die Luftschächte können nur rechts-
bzw. linksseitig aufgebohrt werden, was dem Spiel einen gewissen Puzzle-Aspekt
verleiht. Drückt man das Steuerkreuz nach unten und gleichzeitig
die Taste A, wird eine Art Slide ausgeführt, welcher Jill und ihren
Drill Dozer durch enge Passagen verhilft.
Die Leistungsstärke des Drill Dozers wird durch Zahnräder
bestimmt. Da man zu Beginn eines jeden Spielabschnitts nur ein Zahnrad
besitzt, arbeitet der Bohrer zunächst noch sehr langsam. In jedem
Level lässt sich aber noch ein zweites und drittes finden, womit
die Geschwindigkeit des Bohrers erhöht wird. Mit drei Zahnrädern
kann man dann sogar pausenlos bohren, ohne den Bohrer zu überhitzen.
Dadurch kann Jill nicht nur schneller und leichter gegen die Gegner
vorgehen, sondern auch allen hartnäckigen Hindernissen beikommen,
durch die der Bohrer wie durch Butter geht. Zerstörte Gegner und
Gegenstände hinterlassen dabei häufig so genannte Chips, welche
die Währung in der Welt von Drill Dozer darstellen. Sie können
in einem Shop gegen Prämien eingetauscht werden. Dazu gehören
diverse Verstärkungen für sonst unzerstörbare Blöcke,
die den Weg zu neuen Arealen versperren, zusätzliche Energie sowie
auch Geheimlevel, die es wirklich in sich haben und nicht einfach zu
schaffen sind.
Das Spiel bietet außerdem schöne Grafiken, welche für
Game Boy Advance-Verhältnisse sehr gut ausfallen und sogar einen
eigenen Charme besitzen. Die Entwickler waren sich auch nicht zu schade,
die Hintergründe mit vielen Details auszuschmücken. Die Charaktere
und großen Bosse sind ebenfalls sehr eindrucksvoll. Der flotte
Soundtrack ist peppig und passt sich hervorragend jeder einzelnen Level-Thematik
an. So bekommt man im düsteren Tempel eine eher bedrohliche Musik
zu hören, während in der Stadt eine fröhliche Stimmung
herrscht. Einige Stücke lassen sich sogar als ohrwurmverdächtig
bezeichnen.
Fazit: Drill Dozer kann sich wirklich zu den besten GBA-Spielen zählen.
Auch Retro V hat vor einer Weile einen sehr positiven Artikel über
dieses Spiel veröffentlicht. Da hatte ich es aber schon längst
durchgespielt und meine Meinung stimmte mit der des Autors überein.
Für mich persönlich gehört es sicherlich zu den besten
Jump´n´run´s. Deshalb vergebe ich dieser zu Unrecht
nicht beachteten Perle neun von zehn möglichen Punkten.
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