Drill Dozer / Screw Breaker
Jump´n´run

Motherfreak
Juli 10
 

Die vielfältige Videospielwelt quillt regelrecht über vor unzähligen Jump´n´run´s, die meisten davon verfolgen jedoch ein und dasselbe Prinzip, weshalb man sie schnell wieder vergisst. Einige wenige sind aber einzigartig und lassen die Herzen der Spieler höher schlagen. Und in diese Kategorie gehört auf jeden Fall Drill Dozer für den Game Boy Advance.

Das Spiel erschien zuerst 2005 unter dem Namen Screw Breaker in Japan und ein Jahr später als Drill Dozer in den Vereinigten Staaten. Während es in Japan noch recht erfolgreich war, versagte es in Amerika kläglich. Dies führte dazu, dass es von den europäischen Lokalisationslisten verschwand. Deshalb ist Drill Dozer bei uns relativ unbekannt, auch wenn die Hauptdarstellerin Jill in Super Smash Bros. Brawl in Form einer Helfertrophäe auftaucht und weitere Charaktere als Sticker vorkommen. Nun aber zum eigentlichen Spiel, das mit integriertem Rumble Pack daherkommt und streng genommen kein reinrassiges Jump´n´run ist.

Drill Dozer handelt von der rosahaarigen Jill, der Tochter des Oberhaupts einer gerechtigkeitsliebenden Diebesbande mit dem Namen Red Dozers. Als ihr Vater Doug von den rivalisierenden Skullkers überfallen und der rote Diamant, der größte Schatz der Red Dozer und das letzte Erbe von Jills verstorbener Mutter, gestohlen wird, macht sie sich mit den beiden Gangmitgliedern Grutch und Gearmo auf, um ihn zurückzuholen. Dabei greift sie auf die stärkste Geheimwaffe der Red Dozers, den titelgebenden Drill Dozer, zurück.

Mit Hilfe des Drill Dozers gilt es nun, alle Levels des Spieles zu schaffen. Dabei fungiert der Drill Dozer als riesiger Bohrer, welcher mittels der L- und R-Tasten jeweils nach Links und Rechts gedreht werden kann. Sein Einsatz aktiviert auch den Rumble Pack, was dem Spielgefühl positiv zu Gute kommt. Das ganze Geschehen findet klassisch aus der Seitenansicht statt und beschäftigt sich vorwiegend mit dem Bohren. Dabei kann der Bohrer nicht nur frontal, sondern auch nach oben und unten eingesetzt werden, wie die Situation es gerade erfordert. Darüber hinaus lässt er sich sehr vielseitig verwenden. So kann man mit ihm Wände einreißen, Blöcke und Gegner durchbohren sowie Lifte und sogar wabbelnde Blöcke benutzen. Letztere sind zum Abstoßen da, damit Jill weit entfernte oder hohe Plattformen erreicht. Manche Hindernisse wie zum Beispiel die Luftschächte können nur rechts- bzw. linksseitig aufgebohrt werden, was dem Spiel einen gewissen Puzzle-Aspekt verleiht. Drückt man das Steuerkreuz nach unten und gleichzeitig die Taste A, wird eine Art Slide ausgeführt, welcher Jill und ihren Drill Dozer durch enge Passagen verhilft.

Die Leistungsstärke des Drill Dozers wird durch Zahnräder bestimmt. Da man zu Beginn eines jeden Spielabschnitts nur ein Zahnrad besitzt, arbeitet der Bohrer zunächst noch sehr langsam. In jedem Level lässt sich aber noch ein zweites und drittes finden, womit die Geschwindigkeit des Bohrers erhöht wird. Mit drei Zahnrädern kann man dann sogar pausenlos bohren, ohne den Bohrer zu überhitzen. Dadurch kann Jill nicht nur schneller und leichter gegen die Gegner vorgehen, sondern auch allen hartnäckigen Hindernissen beikommen, durch die der Bohrer wie durch Butter geht. Zerstörte Gegner und Gegenstände hinterlassen dabei häufig so genannte Chips, welche die Währung in der Welt von Drill Dozer darstellen. Sie können in einem Shop gegen Prämien eingetauscht werden. Dazu gehören diverse Verstärkungen für sonst unzerstörbare Blöcke, die den Weg zu neuen Arealen versperren, zusätzliche Energie sowie auch Geheimlevel, die es wirklich in sich haben und nicht einfach zu schaffen sind.

Das Spiel bietet außerdem schöne Grafiken, welche für Game Boy Advance-Verhältnisse sehr gut ausfallen und sogar einen eigenen Charme besitzen. Die Entwickler waren sich auch nicht zu schade, die Hintergründe mit vielen Details auszuschmücken. Die Charaktere und großen Bosse sind ebenfalls sehr eindrucksvoll. Der flotte Soundtrack ist peppig und passt sich hervorragend jeder einzelnen Level-Thematik an. So bekommt man im düsteren Tempel eine eher bedrohliche Musik zu hören, während in der Stadt eine fröhliche Stimmung herrscht. Einige Stücke lassen sich sogar als ohrwurmverdächtig bezeichnen.

Fazit: Drill Dozer kann sich wirklich zu den besten GBA-Spielen zählen. Auch Retro V hat vor einer Weile einen sehr positiven Artikel über dieses Spiel veröffentlicht. Da hatte ich es aber schon längst durchgespielt und meine Meinung stimmte mit der des Autors überein. Für mich persönlich gehört es sicherlich zu den besten Jump´n´run´s. Deshalb vergebe ich dieser zu Unrecht nicht beachteten Perle neun von zehn möglichen Punkten.