Nachdem ich euch vor einer Weile "Golden Sun" vorgestellt habe,
wird es auch mal Zeit den zweiten Teil, welcher mit "The Lost Age"
bzw. mit "Die Vergessene Epoche" untertitelt wurde, genauer
unter die Lupe zu nehmen. In Japan im Jahre 2002 und hierzulande im Jahre
2003 ebenfalls für den Game Boy Advance veröffentlicht, wurde
"Golden Sun 2" wie schon der Vorgänger auf Anhieb mit unzähligen
Lorbeeren überschüttet. Wie bereits im Golden Sun-Review erwähnt,
waren die beiden Golden Sun-Spiele ursprünglich Teile eines einzigen
Projektes, das aufgrund begrenzter Hardwarekapazität in zwei Teile
gesplittert wurde. Der Nachfolger schließt somit handlungstechnisch
genau an den Vorgänger an und wird diesmal aus der Perspektive der
Gegenpartei, welche die Alchemie wiederbeleben möchte, erzählt.
Diese besteht aus Felix, Kraden, Jenna und Cosma, die sich mehr oder weniger
freiwillig auf die Suche nach einem Schiff begeben, um einen Leuchtturm
zu entfachen. Später stößt noch der Lemurianer Aaron hinzu,
der die Truppe tatkräftig unterstützt. An sich wird die Handlung
keinen Oskar gewinnen, aber die Idee, die Motive der Gegenseite zu veranschaulichen,
ist jedoch durchaus interessant. Die Charaktere an sich sind sympathisch
und besitzen sogar mehr Freiraum in ihrer Entwicklung als die im Vorgänger.
Nun zum Gameplay, das weitestgehend mit dem des Vorgängers übereinstimmt.
Die Details sind im entsprechenden Review nachzulesen, deshalb werde
ich es hier nur kurz umreißen. Der Hauptbestandteil des Spiels
wird durch Psynergy und Dschinns definiert. Jede Psynergy und jeder
Dschinn ist einem der vier Elemente zugehörig, womit sie Stärken
und Schwächen gegenüber den anderen aufweisen. Die Psynergy
entspricht im Wesentlichen magischen Kräften und ist deshalb nur
begrenzt nutzbar. Sie wird vorwiegend in Kämpfen eingesetzt, spielt
aber auch bei vielen Rätseln eine entscheidende Rolle. Die Dschinns
beeinflussen die Klasse eines Charakters und können auch im Kampf
beschworen werden. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es hier eine
ganze Reihe an neuen Beschwörungen, die jedoch erst in Form von
Tafeln gefunden werden müssen. In diesem Teil ist es auch möglich
per Schiff zu reisen - man ist also nicht mehr nur auf einen einzigen
Kontinent beschränkt.
Als Spieler hat man die Möglichkeit die Daten des Erstlings via
Link-Kabel zu übertragen oder ein mehrstufiges Passwortsystem zur
Datenübertragung zu nutzen. Das Spiel kann natürlich auch
ohne Datenübertragung gespielt werden. In diesem Fall werden die
Werte und das Inventar der Truppe per Zufall generiert, wodurch bestimmte
optionale Geschehnisse und Dungeons dem Spieler unzugänglich bleiben.
Eine Übertragung ist daher auf jeden Fall ratsam. Aber auch so
hat "Golden Sun - The Lost Age" viele Sidequests zu bieten.
Sind es nun die altbekannten Tausch-Quests oder schwierigere Bossgegner
- es gibt hier viel zu entdecken. Beim Vorgänger war dies bei Weitem
nicht so stark ausgeprägt. Die Rätsel machen nach wie vor
einen großen Teil des Spiels aus. Es gibt kaum einen Dungeon,
der ohne Rätsel auskommt. Das Spektrum reicht dabei von altbekannten
und einfachen Schieberätseln bis hin zu hochkomplexen Kopfnüssen,
zu deren Lösung meistens der Einsatz der Psynergy notwendig ist.
Eine der größten Stärken des Spieles ist die Grafik,
die eine großartige Stimmung erzeugt. Die Dichte, die dadurch
erzeugt wird, habe ich bis heute nur selten erlebt. Es gibt scheinbar
unzählige Details zu entdecken, und die Atmosphäre ist immer
stimmig. Der Soundtrack trägt ebenfalls einen Löwenteil dazu
bei, auch wenn einige der Tracks vom Vorgänger übernommen
wurden. Allerdings sind auch die neuen Tracks qualitativ sehr hochwertig
und schmeicheln durchaus die Ohren.
Fazit: "Golden Sun" ist und bleibt eines meiner Lieblingsspiele!
Diejenigen, die mit einem klassischen Rollenspiel etwas anfangen können,
dürfen hier zugreifen. Auch dem zweiten Teil vergebe ich, wie hätte
es anders sein können, volle zehn von zehn möglichen Punkten.
|