Golden Sun - Dark Dawn
RPG


Patricia
März 11

 


Auf manch eine Fortsetzung freut man sich ganz besonders, was in meinem aktuellen Fall auf den dritten Ableger der Golden Sun-Serie für den Nintendo DS zutrifft. Schließlich werden die beiden ersten Teile für den Game Boy Advance zu den besten portablen Rollenspielen überhaupt gezählt. Meine Erwartungen an "Golden Sun - Dark Dawn" bzw. "Die dunkle Dämmerung" waren dementsprechend hoch. Ob sie letztendlich erfüllt wurden, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Die Welt Weyard stand kurz vor dem Untergang, aber durch das Brechen der Leuchtturmsiegel und die Befreiung der Psynergy, einer Art Elementarmagie, konnte dieses dunkle Szenario abgewendet werden. "Dark Dawn" führt die Geschichte 30 Jahre später fort. Für die damaligen Helden ist es selbstverständlich, dass sie am Wiederaufbau ihrer Welt mithelfen. Mit den Jahren gründeten sie ihre eigenen Familien und zeigen ihren Kindern, wie man mit der vererbten Macht am besten umzugehen hat, denn auch nach so vielen Jahren können immer noch Probleme in Form von schwarzen Löchern, die die Psynergy aufsaugen und dadurch immer größer werden, auftreten. Als wir die einstigen Helden Isaac und Garet zu Gesicht bekommen, müssen sie sich jedoch mit ganz anderen Schwierigkeiten herumschlagen: Garets ungestümer Sohn Tyrell (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!) baut einen Unfall mit der kostbaren Gleitschwinge. Zusammen mit Isaacs Sohn Matthew und Ivans Tochter Kiara können sie den Tollpatsch gerade noch retten, nicht aber das Gerät. Um das Gefährt wieder instand zu setzen, wird eine neue Roc-Feder benötigt, die es zu beschaffen gilt. Da die drei Jugendlichen bereits fähige Psynergy-Adepten sind, beschließen die Erwachsenen ihnen diese Aufgabe zu übertragen. Auf ihrem Weg überschlagen sich allerdings die Ereignisse und die stetig wachsende Truppe um unsere Helden muss wieder einmal die Welt retten.

Die Geschichte ist flott inszeniert und bleibt aufgrund zahlreicher Charaktere stets lebendig. Ein feuriger Pirat oder die schüchterne Wildvolk-Prinzessin stellen dabei zwei der insgesamt acht interessanten Mitstreiter dar. Die Vorgänger fand ich aber eine Spur epischer und spannender. Die vielen sich ewig wiederholenden Gespräche sagten mir in den ersten Spielstunden ebenfalls nicht so richtig zu. Normalerweise habe ich gar keine Probleme mit allzu vielen Texten, sofern sie nicht langweilig und zäh sind, was hier leider oft der Fall ist. Neueinsteiger mögen sich jetzt auch fragen, ob man die Vorgänger gespielt haben muss, um alles zu verstehen. Ich denke nicht, da alles ausreichend erklärt wird, sodass auch Neulinge ihren Spaß mit diesem Spiel haben werden.

Am Spielprinzip selbst hat sich praktisch nichts geändert. Nach wie vor besticht eine gesunde Mischung aus Kämpfen und Rätseln. Die Kopfnüsse in den Dungeons müssen durch den überlegten Einsatz der Psynergy gelöst werden, wobei jeder Charakter seine eigenen Kräfte, wie zum Beispiel das Entfachen von Feuer oder das Verschieben von Gegenständen, zum Ausdruck bringt. Mit über ein dutzend Sprüchen bleiben die Herausforderungen stets originell und abwechslungsreich. Sie sind das Beste am ganzen Spiel. Die Zufallskämpfe bieten dagegen rundenbasierte Standardkost. Psynergy wird hier wie Magie gehandhabt, mit vielen Dschinns, die jeweils einem Psynergy-Element zugeordnet und über die ganze Welt verstreut sind, können gewaltige Beschwörungen vom Stapel gelassen werden. Die Kämpfe sind insgesamt sehr leicht, nur wenige Endgegner erfordern eine passende Strategie. Die Steuerung kann wahlweise per Touchpen oder über die Tasten erfolgen. Mir persönlich war die traditionelle Version mit dem Steuerkreuz und den Buttons aber lieber, da sie akkurater ist. Insgesamt macht das Spiel von den Möglichkeiten des Nintendo DS nur wenig Gebrauch. Während sich am unteren Bildschirm alles abspielt, können am oberen entweder die Weltkarte oder die gerade aktivierten Dschinns betrachtet werden.

Grafisch ist "Golden Sun - Dark Dawn" allererste Sahne. Die schmucke 3D-Optik weiß ebenso in Kämpfen wie auch in Städten zu gefallen. Detailfülle und liebevolle Animationen lassen die Welt zum Leben erwachen. Absolutes Highlight stellen jedoch die Beschwörungen dar, die mit kleinen Sequenzen eingeleitet werden. Die Musik bewegt sich auf überdurchschnittlich hohem Niveau, richtige Ohrwürmer waren für mich aber nicht dabei.

Nach ca. 30 Spielstunden ist das Abenteuer auch schon wieder vorbei. Wer danach noch etwas in der Welt von Weyard verweilen möchte, auf den warten noch einige Geheimnisse in Form knackiger optionaler Bosse, neuer Gebiete und Beschwörungen.

Fazit: "Golden Sun - Dark Dawn" gehört sicherlich zu den besseren Rollenspielen auf dem Nintendo DS. Es kopiert die erfolgreiche Formel der Vorgänger und setzt diese konsequent fort. Durch das Fehlen an Neuerungen büsst es aber etwas an Klasse ein. Die Dialoge in den ersten Stunden fallen mit ihrer Belanglosigkeit ebenfalls etwas negativ auf. Fans der Serie greifen trotzdem blind zu, alle anderen nur "bedenkenlos".