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Auf manch eine Fortsetzung freut man sich ganz besonders, was in meinem
aktuellen Fall auf den dritten Ableger der Golden Sun-Serie für
den Nintendo DS zutrifft. Schließlich werden die beiden ersten
Teile für den Game Boy Advance zu den besten portablen Rollenspielen
überhaupt gezählt. Meine Erwartungen an "Golden Sun -
Dark Dawn" bzw. "Die dunkle Dämmerung" waren dementsprechend
hoch. Ob sie letztendlich erfüllt wurden, erfahrt ihr in den nächsten
Zeilen.
Die Welt Weyard stand kurz vor dem Untergang, aber durch das Brechen
der Leuchtturmsiegel und die Befreiung der Psynergy, einer Art Elementarmagie,
konnte dieses dunkle Szenario abgewendet werden. "Dark Dawn"
führt die Geschichte 30 Jahre später fort. Für die damaligen
Helden ist es selbstverständlich, dass sie am Wiederaufbau ihrer
Welt mithelfen. Mit den Jahren gründeten sie ihre eigenen Familien
und zeigen ihren Kindern, wie man mit der vererbten Macht am besten
umzugehen hat, denn auch nach so vielen Jahren können immer noch
Probleme in Form von schwarzen Löchern, die die Psynergy aufsaugen
und dadurch immer größer werden, auftreten. Als wir die einstigen
Helden Isaac und Garet zu Gesicht bekommen, müssen sie sich jedoch
mit ganz anderen Schwierigkeiten herumschlagen: Garets ungestümer
Sohn Tyrell (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!) baut einen
Unfall mit der kostbaren Gleitschwinge. Zusammen mit Isaacs Sohn Matthew
und Ivans Tochter Kiara können sie den Tollpatsch gerade noch retten,
nicht aber das Gerät. Um das Gefährt wieder instand zu setzen,
wird eine neue Roc-Feder benötigt, die es zu beschaffen gilt. Da
die drei Jugendlichen bereits fähige Psynergy-Adepten sind, beschließen
die Erwachsenen ihnen diese Aufgabe zu übertragen. Auf ihrem Weg
überschlagen sich allerdings die Ereignisse und die stetig wachsende
Truppe um unsere Helden muss wieder einmal die Welt retten.
Die Geschichte ist flott inszeniert und bleibt aufgrund zahlreicher
Charaktere stets lebendig. Ein feuriger Pirat oder die schüchterne
Wildvolk-Prinzessin stellen dabei zwei der insgesamt acht interessanten
Mitstreiter dar. Die Vorgänger fand ich aber eine Spur epischer
und spannender. Die vielen sich ewig wiederholenden Gespräche sagten
mir in den ersten Spielstunden ebenfalls nicht so richtig zu. Normalerweise
habe ich gar keine Probleme mit allzu vielen Texten, sofern sie nicht
langweilig und zäh sind, was hier leider oft der Fall ist. Neueinsteiger
mögen sich jetzt auch fragen, ob man die Vorgänger gespielt
haben muss, um alles zu verstehen. Ich denke nicht, da alles ausreichend
erklärt wird, sodass auch Neulinge ihren Spaß mit diesem
Spiel haben werden.
Am Spielprinzip selbst hat sich praktisch nichts geändert. Nach
wie vor besticht eine gesunde Mischung aus Kämpfen und Rätseln.
Die Kopfnüsse in den Dungeons müssen durch den überlegten
Einsatz der Psynergy gelöst werden, wobei jeder Charakter seine
eigenen Kräfte, wie zum Beispiel das Entfachen von Feuer oder das
Verschieben von Gegenständen, zum Ausdruck bringt. Mit über
ein dutzend Sprüchen bleiben die Herausforderungen stets originell
und abwechslungsreich. Sie sind das Beste am ganzen Spiel. Die Zufallskämpfe
bieten dagegen rundenbasierte Standardkost. Psynergy wird hier wie Magie
gehandhabt, mit vielen Dschinns, die jeweils einem Psynergy-Element
zugeordnet und über die ganze Welt verstreut sind, können
gewaltige Beschwörungen vom Stapel gelassen werden. Die Kämpfe
sind insgesamt sehr leicht, nur wenige Endgegner erfordern eine passende
Strategie. Die Steuerung kann wahlweise per Touchpen oder über
die Tasten erfolgen. Mir persönlich war die traditionelle Version
mit dem Steuerkreuz und den Buttons aber lieber, da sie akkurater ist.
Insgesamt macht das Spiel von den Möglichkeiten des Nintendo DS
nur wenig Gebrauch. Während sich am unteren Bildschirm alles abspielt,
können am oberen entweder die Weltkarte oder die gerade aktivierten
Dschinns betrachtet werden.
Grafisch ist "Golden Sun - Dark Dawn" allererste Sahne. Die
schmucke 3D-Optik weiß ebenso in Kämpfen wie auch in Städten
zu gefallen. Detailfülle und liebevolle Animationen lassen die
Welt zum Leben erwachen. Absolutes Highlight stellen jedoch die Beschwörungen
dar, die mit kleinen Sequenzen eingeleitet werden. Die Musik bewegt
sich auf überdurchschnittlich hohem Niveau, richtige Ohrwürmer
waren für mich aber nicht dabei.
Nach ca. 30 Spielstunden ist das Abenteuer auch schon wieder vorbei.
Wer danach noch etwas in der Welt von Weyard verweilen möchte,
auf den warten noch einige Geheimnisse in Form knackiger optionaler
Bosse, neuer Gebiete und Beschwörungen.
Fazit: "Golden Sun - Dark Dawn" gehört sicherlich zu
den besseren Rollenspielen auf dem Nintendo DS. Es kopiert die erfolgreiche
Formel der Vorgänger und setzt diese konsequent fort. Durch das
Fehlen an Neuerungen büsst es aber etwas an Klasse ein. Die Dialoge
in den ersten Stunden fallen mit ihrer Belanglosigkeit ebenfalls etwas
negativ auf. Fans der Serie greifen trotzdem blind zu, alle anderen
nur "bedenkenlos".
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