Mahou Kishi Rayearth / Magic Knight Rayearth
RPG

Patricia
März 11
 

Vielen Anime-Fans der ersten Stunde dürfte der Name "Magic Knight Rayearth" ein Begriff sein, handelt es sich hierbei doch um eine der erfolgreichsten Magical Girl-Serien der 90´er, die selbstverständlich auf diversen Konsolen versoftet wurde. Das gleichnamige Game Boy-Abenteuer erfreut sich jedoch eines geringen Bekanntheitsgrades, und das leider völlig zu Recht. Trotzdem möchte ich euch dieses Spiel etwas näherbringen.

Die drei Mädels Hikaru, Umi und Fuu werden von Prinzessin Emeraude in das magische Königreich Cephiro beordert, um es vom scheinbar durchgeknallten Oberpriester Zagato zu befreien. Der Anfang der Geschichte wird anhand einiger Standbilder, die mit einer sehr schönen Midi-Version des Titelliedes untermalt sind, vorgestellt. Anschließend muss jedes Girlie ein kleines Abenteuer im Alleingang bestehen, wobei die Reihenfolge vom Spieler bestimmt werden kann. Leider unterscheiden sich die drei Episoden kaum voneinander, alle drei Mädchen müssen sich in kurzen Rollenspielszenarien beweisen und einen Endgegner bezwingen. Einige wenige Schalter- und Suchrätsel lockern das ganze Geschehen auf. Der Zeitaufwand beläuft sich dabei auf eine halbe Stunde pro Charakter. Danach geht es jedoch nicht wie erwartet gemeinsam weiter, sondern direkt zum letzten Boss!

Manchmal liegt die Würze in der Kürze, doch hier wurde alles viel zu stark vereinfacht, um jüngere Fans nicht zu überfordern. Die rundenbasierten Zufallskämpfe unterscheiden lediglich zwischen Schwert- und Magieangriffen sowie der Option zum Weglaufen. Geheilt wird automatisch nach ein paar Schritten. Eine Herausforderung ist somit kaum vorhanden, zumal der Magieangriff alle (End)Gegner mit einem Streich vernichtet. Umso mehr war ich erstaunt, wie aufwendig die Präsentation bei einem derart kurzen und belanglosen Spielchen ausgefallen ist. Jeder einzelne Charakter wird beim Sprechen durch ein eigenes Porträt hervorgehoben, die Mädchen sogar durch mehrere, um ihre Emotionen besser zur Geltung zu bringen. In den Kämpfen gibt es eine kratzige, aber dennoch beeindruckende Sprachausgabe, Angriffe und Gegner, die mit großen Sprites auffallen, sind animiert. "Mahou Kishi Rayearth" alias "Magic Knight Rayearth" ist zwar nur in Japan erschienen, doch eine Hilfe aus dem Netz sorgt schnell für Klarheit.

Fazit: Selbst puristische Fans der Serie sollten die Finger von diesem Lizenzschrott lassen. Wer wirklich mit Hikaru und Co. auf Dämonenjagd gehen möchte, der sollte lieber auf die sehr gelungene Sega Saturn-Adaption zurückgreifen, die sogar in Amerika erschienen ist. Mit der geringen Vergabe von drei Punkten strafe ich nicht nur die extreme Kürze, sondern auch den uninspirierten und langweiligen Spielablauf.