Die Pokémon-Reihe… Als Kind war ich ein großer Pokémon-Fan,
und selbst heute kann ich behaupten, dass besonders die früheren
Teile mich noch immer faszinieren. In diesem Review stelle ich den Anfang
der Reihe vor. Dies sind die beiden Spiele "Pokémon Red"
und "Pokémon Blue", bei uns auch als die "Rote Edition"
und die "Blaue Edition" bekannt. Diese Game Boy-Spiele erschienen
1996 in Japan (dort zuerst in der Fassung Grün und Rot, und etwas
später noch zusätzlich in Blau), zwei Jahre später in Amerika
und schließlich mit dreijähriger Verspätung auch hierzulande.
Diese Spiele starteten einen großen Hype um diese seltsamen Wesen
und waren mein Einstieg in die Videospielwelt. Der Name "Pokémon"
leitet sich vom englischen Ausdruck "Pocket Monster" ab und
bezieht sich auf die serientypische Besonderheit, die sogenannten Pokébälle,
durch welche die Wesen problemlos in einer kleinen Tasche getragen werden
können. Mit den Pokébällen lassen sich wilde Pokémon
fangen, die anschließend von einem Pokémon-Trainer aufgezogen
werden können. Insgesamt gibt es 151 verschiedene Pokémon-Arten,
jedoch können nur sechs gleichzeitig von einem Trainer mitgeführt
werden. Fängt er ein weiteres, wird es in eine Box auf einem PC,
das als eine Art Lager fungiert, übertragen. Pro Box können
dreißig Pokémon eingelagert werden. Ist diese voll, können
keine weiteren Pokémon mehr gefangen werden, bis der Trainer
zu einem PC geht und die aktuelle Box wechselt. Die Anzahl der Pokébälle
ist auch begrenzt, aber sie können in einem Markt wie Heilmittel
und andere Items erworben werden. Von den sechs Pokémon, die
ein Trainer bei sich tragen kann, kann nur eines aktiv am Kampf teilnehmen.
Es ist aber jederzeit möglich dieses auszutauschen. Hat ein Pokémon
genug Erfahrung gesammelt, steigt es einen Level auf. Erreicht es einen
bestimmten Level, kann es sein, dass es sich weiterentwickelt. Das Aussehen,
die Attribute und das Pokémon an sich verändern sich. Das
Pokémon ist danach grundsätzlich stärker und hat eine
höhere Ausdauer, jedoch erlernt es Attacken langsamer. Will man
die Entwicklung verhindern, braucht man einfach nur den B-Knopf während
des Vorgangs zu drücken. Manche Pokémon entwickeln sich
erst durch andere Umstände wie etwa Beigabe eines bestimmten Items
oder durch den Tausch mit anderen Trainern weiter. Letzteres ist mit
bestimmten NPC´s im Spiel oder via Link-Kabel mit anderen Besitzern
des Spiels möglich. Mit dem Link-Kabel kann man auch andere Spieler
zu einem freundschaftlichen Kampf herausfordern.
Doch was ist die Handlung des Spiels? Nun, diese ist recht simpel gestrickt.
Der Held des Spiels ist der Trainer Red und dieser wohnt in Alabastia,
einer Kleinstadt, die an der Küste liegt. Der Pokémon-Professor
gibt ihm sein erstes Pokémon und einen Pokédex. Genauso
hat aber sein Rivale Blue vom Professor ein Pokémon erhalten
und dieser fordert ihn auf seiner Reise immer öfters heraus. Red
hat zwei Ziele: den Pokédex vervollständigen und Pokémon-Meister
werden. Letzteres ist das primäre Spielziel. Um dies zu erreichen,
muss er die acht Arenaleiter besiegen und deren Orden erhalten. Diese
gelten als Beweis, der Pokémon-Liga würdig zu sein. In eben
jener müssen die vier stärksten Trainer des Spiels herausgefordert
werden. Aber das ist immer noch nicht alles, denn anschließend
wartet noch der stärkste Trainer des gesamten Spiels auf Red, der
Champion der Liga.
Im Laufe des Abenteuers kommen noch einige nützliche Items hinzu,
wie etwa das Fahrrad oder die Karte. Alle werden im Beutel aufbewahrt,
wo bis zu dreißig Sachen Platz finden. Falls dieser voll ist,
können unnütze Sachen entweder verkauft oder im PC eingelagert
werden. Der eingeschränkte Platz im Beutel ist jedoch auf Dauer
etwas lästig, so dass man bisweilen gezwungen wird häufig
genutzte Items wie etwa das Fahrrad über das Menü zu benutzen.
Apropos Menü, außerhalb von Kämpfen ist es jederzeit
möglich dort seinen Pass beziehungsweise seinen Pokédex
einzusehen und auch den aktuellen Spielstand zu speichern.
Aus heutiger Sicht wirkt die Grafik natürlich veraltet, allerdings
war sie für damalige Verhältnisse gar nicht mal so schlecht.
Schade ist, dass die Kompatibilität mit dem kurz zuvor erschienenen
Game Boy Color nur in einem einzigen Farbton resultiert (Rot bei "Pokémon
Red" und Blau bei "Pokémon Blue"). Dafür
sind die Sprites der Trainer und der Pokémon sehr detailreich
und überaus gelungen. Der Soundtrack ist ebenfalls überzeugend.
Manche der Stücke gelangen schnell ins Ohr und sind sehr einprägsam,
und es gibt sogar echte Ohrwürmer dabei. Zwischen den beiden Editionen
bestehen kaum Unterschiede. In der einen Edition tauchen lediglich einige
andere Pokémon als in der anderen auf.
Beide Editionen sind, auch wenn etwas veraltet, bis heute noch sehr
charmant. Da dies mein erstes Spiel überhaupt war, vergebe ich
beiden Editionen eine recht subjektive Wertung von zehn Punkten.
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