Durch ein intensives Studium der 82. Ausgabe der Zeitschrift Retro Gamer
bin ich neulich auf ein sehr interessantes Freeware-Spiel aufmerksam geworden,
das ich wirklich keinem vorenthalten möchte. "Robotz DX"
heißt das gute Stück, das ein Remake einer mir bislang unbekannten
Atari ST-Vorlage ist. Im Gewand eines Arena-Shooters muss man sich hier
mit Amok laufenden Robotern auseinandersetzen, die nach einem gescheiterten
Militärexperiment außer Kontrolle geraten sind. Das Spielprinzip
ist demnach denkbar simpel, macht aber ungeheuer viel Spaß, was
einigen cleveren spieltechnischen Handgriffen zu verdanken ist.
Die in den bildschirmgroßen Levels verteilten Schild-Generatoren
stellen dabei die wesentliche Spielspaßstütze dar, denn solange
sie aktiv sind, kann man den wild umherlaufenden Robotern keines ihrer
metallischen Haare krümmen. Der zweite wichtige Aspekt leitet sich
durch die per Zufall generierte Anordnung der Schild-Generatoren und
Roboter ab. Somit fallen die aus der Vogelperspektive gezeigten, oft
labyrinthartig angelegten Spielabschnitte stets etwas anders aus. Im
ungünstigsten Fall muss man sich mit seinem Ein-Mann-Kommando erst
an den wütenden Blechkameraden vorbeischleichen, um die verfluchten
Schild-Generatoren ausschalten zu können. Und diese Aufgabe gestaltet
sich nicht immer leicht, da die Roboter sehr aggressiv sind. Während
manche unserem Protagonisten nach bestimmten Bewegungsmustern folgen,
bewegen sich andere scheinbar willkürlich und feuern wild um sich.
Raffinesse und taktisches Gefühl sind also notwendig, will man
dieses Spiel erfolgreich meistern. Ein nicht allzu üppig ausgefallenes
Zeitlimit treibt einen dabei zur Eile. Gott sei Dank kriegt man alle
5.000 Punkte ein Extraleben auf sein Konto gutgeschrieben, so dass man
sich den einen oder anderen Fehler leisten kann. Die mutwillige Zerstörung
von Computern und anderen elektronischen Einrichtungen gehört ebenfalls
zur Tagesordnung, da man durch den übriggebliebenen Krimskrams
wie Chips oder Disketten gehörig sein Punkte- und somit sein Lebenskonto
aufstocken kann.
Aufgrund der professionellen Präsentation, die an ein waschechtes
16-Bit-Produkt erinnert, hinterlässt "Robotz DX" einen
hervorragenden Eindruck. Grafik und Musik sind, wenn nicht allzu abwechslungsreich,
so doch unheimlich stimmungsvoll und vermitteln die richtige Atmosphäre.
Die Steuerung klappt, ob mit Keyboard oder Gamepad, vorbildlich. Der
einzige Wermutstropfen ist der mit nur 30 Levels etwas zu gering ausgefallene
Umfang. Als erfahrener Spieler hat es bei mir nicht allzu lange gedauert,
bis der Abspann über den Bildschirm flimmerte. Nichtsdestotrotz
hat mir dieses Spiel unheimlich viel Vergnügen bereitet, weshalb
ich bedenkenlos neun Punkte vergebe. Absolute Download-Pflicht!
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