Rolan´s Curse
RPG

Patricia
März 11
 

Einge Action-Adventures für den Game Boy wie zum Beispiel "Link´s Awakening" oder "Mystic Quest" brauchen sich vor ihren großen Brüdern auf stationären Konsolen nicht zu verstecken. Gekonnt verbinden sie epische Geschichten mit ausladenden Erkundungstouren. Andere Titel verzichten dagegen bewusst auf Komplexität, um ein ideales Handhelderlebnis zu bieten. Bei "Rolan´s Curse", das ich euch nun vorstellen möchte, trifft genau dies zu.

Die Erzählung des Spieles besteht aus einem einzigen Satz: Als edler Ritter zieht man aus, um das Land von dem mächtigen, bösen Dämon Barius zu befreien. Obwohl der Spieler mehrere Städte besucht, beschränken sich die Kommentare der Bewohner auf extrem kurze Mitteilungen wie "You are strong!" oder "Please help us!". Zwischen den einzelnen Bosskämpfen werden zwar Texttafeln eingeblendet, sie verleihen dem Spiel aber weder Tiefe noch Atmosphäre.

"Rolan´s Curse" ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die nacheinander bewältigt werden müssen. Dabei startet man jedes Mal in einem Dorf, in dem nur die Bewohner angesprochen werden können. Definitiv enttäuschend, denn es gibt keine Geschäfte oder andere für das Genre typische Einrichtungen. Kein einziges Gebäude lässt sich betreten, der einzige Ausgang versetzt uns in die freie Wildbahn. Dort darf man endlich sein Schwert zücken und die ersten Monster niedermetzeln. Die Kämpfe finden in Echtzeit statt und werden im Laufe des Spieles mit zwei verschiedenen Waffen bestritten. Neben dem starken Schwert gibt es noch einen nützlichen Feuerstab, mit dem Gegner aus sicherer Entfernung gebrutzelt werden können. Man muss sich jedoch für eine Waffe entscheiden, denn beide gleichzeitig können nicht getragen werden. Da beide Waffen regelmäßig in Schatztruhen auftauchen, kann sehr oft gewechselt werden. Bei den Items gibt es dasselbe Dilemma. Es gibt zwar ein halbes Dutzend interessanter Gegenstände zu finden, man kann aber auch hier nur ein einziges im Inventar mit sich führen. Heiltränke und eine Spitzhacke, mit der Blöcke zerschlagen werden, sind dabei überlebenswichtig. Die anderen Items wie zum Beispiel ein Ring, der uns in einen Baum verwandelt, sind witzig, aber nicht unbedingt notwendig. Traditionelle Levelaufstiege mit Erfahrungspunkten sind ebenfalls nicht vorhanden. Stattdessen müssen Rüstungs- und Handschuhsymbole gesammelt werden, die die Lebensenergie und die Angriffskraft erhöhen.

Jeder Spielabschnitt läuft nach ein und demselben Schema ab. Man läuft in die Wildnis hinaus und sucht den Endgegner. Dazwischen erkundet man ein bisschen die Gegend, um ausreichend gewappnet zu sein. Was sich recht monoton anhören mag, wird durch das abwechslungsreiche Design der Spielumgebung interessant gehalten, da die Wälder, Burgen, Strände und Höhlen richtig schön verschachtelt sind. Die fiesen Dämonen, die sich einem in den Weg stellen, sind großteils flink und schlagen hart zu. Außerdem erscheinen sie wenige Sekunden nach dem Ableben wieder. Am Ende eines jeden Abschnittes wartet einer von Barius Schergen. Leider unterscheiden sich die einzelnen Bereiche kaum voneinander, Gegner und Landschaften wiederholen sich ständig. Gespeichert wird mit einem kurzen Passwort, das jederzeit im Menü abrufbar ist. Das "Game Over" schickt den Spieler an den Anfang des aktuellen Gebietes, die gefundenen Items dürfen aber behalten werden.

Bis auf die großen Sprites der Bosse ist die Game Boy-Grafik von "Rolan´s Curse" absolut durchschnittlich. Die Musikstücke sind dagegen in Ordnung und untermalen alles passend. Das bisschen Text ist in Englisch. Die Spieldauer für einen Durchgang beträgt ungefähr fünf Stunden. Die Möglichkeit, mit einem Link-Kabel und einem weiteren Modul das Abenteuer zu zweit zu bestreiten, ist außergewöhnlich. Leider konnte ich dieses Feature selbst nicht ausprobieren.

Fazit: An der stark limitierten Grafik und Spielmechanik erkennt man sofort, dass "Rolan´s Curse" zu den älteren Spielen auf dem Game Boy gehört. Das Spiel ist deshalb kurzweilig, aber auf längere Zeit zu eintönig. Es ist nicht mehr als ein netter Zeitvertreib für nostalgische Handheld-Fans.