Da der mit Abstand bekannteste und beliebteste Videospielcharakter bereits
im letzten Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern durfte,
möchte nun auch ich endlich mal sein erstes Super-Abenteuer etwas
genauer unter die Lupe nehmen. Die Rede ist natürlich von keinem
geringeren als Mario, der mit seinem Heimkonsolenauftritt "Super
Mario Bros." bahnbrechende Erfolge verbuchen und mit der Flamme der
Leidenschaft die Herzen der Spieler für sich gewinnen konnte. Aus
diesem Grund wurde dieses von Shigeru Miyamoto entwickelte Spiel zukunftsweisend
für das Haus Nintendo, das seitdem in regelmäßigen Abständen
die hungrige Spielerschaft mit immer wieder neuen Mario-Abenteuern zu
versorgen begann. Und da sich an dieser Situation bis heute nichts geändert
hat, brennt Marios Flamme in den Herzen der Fans heißer als jemals
zuvor.
Die simple, aber unterhaltsame Erfolgsformel von "Super Mario
Bros." funktionierte seinerzeit deshalb so gut, weil sie wirklich
jedem auf Anhieb zugänglich erschien. So vermochte das Spiel nicht
nur begeisterte Kinder in seinen Bann zu ziehen, sondern übertrug
deren Faszination kurzerhand auch auf deren Eltern und in manchen Fällen
sogar auf die Großeltern. Die einleuchtende Definition des Spielzieles,
eine perfekt ausbalancierte Lernkurve, die vorbildlich mit der unkomplizierten
Steuerung harmonisiert, sowie ein 08/15-Charakter, mit dem sich jeder
gut identifizieren konnte, überzeugten jeden auf Anhieb. Wenn etwas
schiefging, lag es immer an einem selbst, denn unfaire Stellen, wie
sie häufig in anderen Spielen dieser Zeit zu finden sind, sucht
man hier vergebens. "Super Mario Bros." bot zwar einen leichten
Einstieg, wurde mit der Zeit aber recht anspruchsvoll. Hatte man jedoch
Blut geleckt, wuchs man mit dem Anspruch automatisch mit, denn alles
schien von Anfang an logisch aufgebaut und lösbar. Hatte man also
einmal mit "Super Mario Bros." angefangen, blieb es nie bei
einem Spielversuch, da man sich nach einem Game Over immer sicher war,
beim nächsten Mal weiter kommen zu können. Ich selbst kann
mich noch gut daran erinnern, dass dieses Mario-Abenteuer jahrelang
immer zuallererst gespielt werden wollte. Es wurde bei uns einfach als
das coole Jump´n´run mit den Pilzen bezeichnet, das jeder
mit sehnsüchtigen Blicken am Bildschirm mitverfolgte.
Nun aber zum Spielprinzip, das mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit
jeder kennt, aber dennoch nicht um einen kurzen Umriss herumkommt. Bei
"Super Mario Bros." schlüpft man in die Rolle des Klempners
Mario oder im sich abwechselnden Zweispieler-Modus auch in die seines
Bruders Luigi und muss das vom bösen König Koopa (heute Bowser)
verzauberte Pilzkönigreich von seinem Fluch erlösen. Um dies
zu erreichen, müssen die beiden Brüder die entführte
Prinzessin Toadstool (heute Peach) befreien, da sie die einzige ist,
die den Fluch brechen kann. Auf der Suche nach ihr reisen sie durch
das gesamte verzauberte und von bösen Koopa Troopas heimgesuchte
Königreich, das aus 32 von links nach rechts scrollenden Level
besteht, die sich auf acht Welten mit jeweils vier Spielabschnitten
verteilen. Die dabei zahlreich auftretenden Hindernisse und Gegner können
vorwiegend durch gekonntes Hüpfen bezwungen werden. So kann man
fast alle Gegner, sofern sie keine Stacheln aufweisen, mit einem gezielten
Sprung ausschalten. Den anderen ist am besten mit Feuerbällen beizukommen,
die man durch das Aufsammeln einer Feuerblume schleudern kann. Sie stellt
eines der wenigen Extras des Spieles dar und kann erst gefunden werden,
wenn man durch die Aufnahme eines der vielgerühmten Pilze seine
Statur erheblich vergrößert. Diese Super-Form unserer Helden
schützt sie vor einem feindlichen Treffer, nach welchem sie wieder
klein werden. 1-Up-Pilze und Unbesiegbarkeitssterne stellen neben einer
enormen Masse an verstreuten Münzen, die bei 100 eingesammelten
Einheiten ein Extra-Leben bringen, die restlichen hilfreichen Items
des Spieles dar. Die Feinde sind meiner Ansicht nach aber das geringere
Übel, denn am meisten macht einem das mit tödlichen Abgründen,
beweglichen Plattformen und rotierenden Feuersäulen versehene Leveldesign
zu schaffen. Da sowohl Mario wie auch Luigi Seife unter den Schuhen
zu haben scheinen, ist eine präzise Handhabung unserer Helden gar
nicht so einfach. Übung und eine gute Portion Gefühl sind
deshalb bei "Super Mario Bros." unerlässlich. Und da
das Spiel keine Continue-Funktion kennt und man jedes Mal am Anfang
beginnen muss, entpuppt sich die Bewältigung aller 32 Level am
Stück als ziemlich schwer. Glücklicherweise wurden auch gut
versteckt sogenannte Warp-Röhren eingebaut, die einen mehrere Welten
am Stück überspringen lassen, womit sich das Spiel doch recht
komfortabel beenden lässt.
Trotz seines hohen Alters und einer Flut an verbesserten und abwechslungsreichen
Nachfolgern muss man sagen, dass "Super Mario Bros." nichts
von seinem ursprünglichen Zauber eingebüßt hat und immer
noch ein Garant für eine Menge Spaß ist. Auch wenn es veraltet
aussieht, das tolle Spielkonzept war, ist und bleibt einfach nur toll.
Das Gleiche gilt übrigens für die unverkennbare Musik von
Koji Kondo, die einem nie mehr aus dem Kopf geht. Als richtungweisender
und immer noch vorzüglich spielbarer Titel verdient "Super
Mario Bros." deshalb fraglos unsere höchste Auszeichnung.
Eine NES-Sammlung ohne diesen Titel ist einfach undenkbar! Wer eine
Nintendo-Konsole nicht mehr sein eigen nennt, der kann noch auf das
Game Boy Advance-Modul zurückgreifen, das im Rahmen der NES-Classics
wieder veröffentlicht wurde. Falls man auf handfestes Spielmaterial
keinen Wert legt, kann man sich das Spiel alternativ auch auf seine
Wii-Konsole downloaden.
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