Super Mario Bros.
Jump´n´run

Minrod
April 11
 

Da der mit Abstand bekannteste und beliebteste Videospielcharakter bereits im letzten Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern durfte, möchte nun auch ich endlich mal sein erstes Super-Abenteuer etwas genauer unter die Lupe nehmen. Die Rede ist natürlich von keinem geringeren als Mario, der mit seinem Heimkonsolenauftritt "Super Mario Bros." bahnbrechende Erfolge verbuchen und mit der Flamme der Leidenschaft die Herzen der Spieler für sich gewinnen konnte. Aus diesem Grund wurde dieses von Shigeru Miyamoto entwickelte Spiel zukunftsweisend für das Haus Nintendo, das seitdem in regelmäßigen Abständen die hungrige Spielerschaft mit immer wieder neuen Mario-Abenteuern zu versorgen begann. Und da sich an dieser Situation bis heute nichts geändert hat, brennt Marios Flamme in den Herzen der Fans heißer als jemals zuvor.

Die simple, aber unterhaltsame Erfolgsformel von "Super Mario Bros." funktionierte seinerzeit deshalb so gut, weil sie wirklich jedem auf Anhieb zugänglich erschien. So vermochte das Spiel nicht nur begeisterte Kinder in seinen Bann zu ziehen, sondern übertrug deren Faszination kurzerhand auch auf deren Eltern und in manchen Fällen sogar auf die Großeltern. Die einleuchtende Definition des Spielzieles, eine perfekt ausbalancierte Lernkurve, die vorbildlich mit der unkomplizierten Steuerung harmonisiert, sowie ein 08/15-Charakter, mit dem sich jeder gut identifizieren konnte, überzeugten jeden auf Anhieb. Wenn etwas schiefging, lag es immer an einem selbst, denn unfaire Stellen, wie sie häufig in anderen Spielen dieser Zeit zu finden sind, sucht man hier vergebens. "Super Mario Bros." bot zwar einen leichten Einstieg, wurde mit der Zeit aber recht anspruchsvoll. Hatte man jedoch Blut geleckt, wuchs man mit dem Anspruch automatisch mit, denn alles schien von Anfang an logisch aufgebaut und lösbar. Hatte man also einmal mit "Super Mario Bros." angefangen, blieb es nie bei einem Spielversuch, da man sich nach einem Game Over immer sicher war, beim nächsten Mal weiter kommen zu können. Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass dieses Mario-Abenteuer jahrelang immer zuallererst gespielt werden wollte. Es wurde bei uns einfach als das coole Jump´n´run mit den Pilzen bezeichnet, das jeder mit sehnsüchtigen Blicken am Bildschirm mitverfolgte.

Nun aber zum Spielprinzip, das mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit jeder kennt, aber dennoch nicht um einen kurzen Umriss herumkommt. Bei "Super Mario Bros." schlüpft man in die Rolle des Klempners Mario oder im sich abwechselnden Zweispieler-Modus auch in die seines Bruders Luigi und muss das vom bösen König Koopa (heute Bowser) verzauberte Pilzkönigreich von seinem Fluch erlösen. Um dies zu erreichen, müssen die beiden Brüder die entführte Prinzessin Toadstool (heute Peach) befreien, da sie die einzige ist, die den Fluch brechen kann. Auf der Suche nach ihr reisen sie durch das gesamte verzauberte und von bösen Koopa Troopas heimgesuchte Königreich, das aus 32 von links nach rechts scrollenden Level besteht, die sich auf acht Welten mit jeweils vier Spielabschnitten verteilen. Die dabei zahlreich auftretenden Hindernisse und Gegner können vorwiegend durch gekonntes Hüpfen bezwungen werden. So kann man fast alle Gegner, sofern sie keine Stacheln aufweisen, mit einem gezielten Sprung ausschalten. Den anderen ist am besten mit Feuerbällen beizukommen, die man durch das Aufsammeln einer Feuerblume schleudern kann. Sie stellt eines der wenigen Extras des Spieles dar und kann erst gefunden werden, wenn man durch die Aufnahme eines der vielgerühmten Pilze seine Statur erheblich vergrößert. Diese Super-Form unserer Helden schützt sie vor einem feindlichen Treffer, nach welchem sie wieder klein werden. 1-Up-Pilze und Unbesiegbarkeitssterne stellen neben einer enormen Masse an verstreuten Münzen, die bei 100 eingesammelten Einheiten ein Extra-Leben bringen, die restlichen hilfreichen Items des Spieles dar. Die Feinde sind meiner Ansicht nach aber das geringere Übel, denn am meisten macht einem das mit tödlichen Abgründen, beweglichen Plattformen und rotierenden Feuersäulen versehene Leveldesign zu schaffen. Da sowohl Mario wie auch Luigi Seife unter den Schuhen zu haben scheinen, ist eine präzise Handhabung unserer Helden gar nicht so einfach. Übung und eine gute Portion Gefühl sind deshalb bei "Super Mario Bros." unerlässlich. Und da das Spiel keine Continue-Funktion kennt und man jedes Mal am Anfang beginnen muss, entpuppt sich die Bewältigung aller 32 Level am Stück als ziemlich schwer. Glücklicherweise wurden auch gut versteckt sogenannte Warp-Röhren eingebaut, die einen mehrere Welten am Stück überspringen lassen, womit sich das Spiel doch recht komfortabel beenden lässt.

Trotz seines hohen Alters und einer Flut an verbesserten und abwechslungsreichen Nachfolgern muss man sagen, dass "Super Mario Bros." nichts von seinem ursprünglichen Zauber eingebüßt hat und immer noch ein Garant für eine Menge Spaß ist. Auch wenn es veraltet aussieht, das tolle Spielkonzept war, ist und bleibt einfach nur toll. Das Gleiche gilt übrigens für die unverkennbare Musik von Koji Kondo, die einem nie mehr aus dem Kopf geht. Als richtungweisender und immer noch vorzüglich spielbarer Titel verdient "Super Mario Bros." deshalb fraglos unsere höchste Auszeichnung. Eine NES-Sammlung ohne diesen Titel ist einfach undenkbar! Wer eine Nintendo-Konsole nicht mehr sein eigen nennt, der kann noch auf das Game Boy Advance-Modul zurückgreifen, das im Rahmen der NES-Classics wieder veröffentlicht wurde. Falls man auf handfestes Spielmaterial keinen Wert legt, kann man sich das Spiel alternativ auch auf seine Wii-Konsole downloaden.