Thunder Force
Shoot´em up

Lyrion
März 11
 

Es hat sehr lange gedauert, bis ich endlich selbst den Ursprung der allseits beliebten Thunder Force-Reihe antesten durfte. Da "Thunder Force" nur auf diversen japanischen Computern zu Hause ist, war es kein leichtes Unterfangen. Aber nun, nachdem diese mir erst unüberwindbar erscheinende Hürde überwunden ist, möchte ich unser Pixel-Heroes-Archiv um eben dieses exotische Spiel ergänzen. Allen Freuden der klassischen Shooter-Schule, die ebenso wie ich einmal gerne dieses Spiel spielen würden, sei an dieser Stelle direkt gesagt, dass sie wirklich absolut gar nichts verpasst haben. "Thunder Force" ist so altbacken wie der Rechner Sharp X1, auf dem es zuerst erschienen ist, und macht gerade mal so viel Spaß wie ein beliebiges drittklassiges Handy-Spielchen. Dennoch ist dieses Spiel die Wiege der sehr beliebten Nachfolger und entführt uns zum Anfang des langen Konfliktes mit dem gefürchteten Orn Empire.

Bei "Thunder Force" nimmt man den Kampf gegen die große Asteroidenfestung des Orn Empire namens Dyradeizer auf, um das Galaktische Bündnis zu schützen. Diese Aufgabe ist aber alles andere als einfach, da der Zerstörer Dyradeizer von vielen an verschiedenen Orten installierten und versteckten Schutzgeneratoren unsichtbar gemacht wird. Als Pilot des Fire Leo, eines speziell für diese schwere Aufgabe konzipierten Kampfschiffes, muss man die Schutzgeneratoren aufspüren und zerstören, damit man letztendlich die fliegende Festung Dyradeizer vom Sternenhimmel holen kann. Soviel zur einfach gestrickten Story.

Das Spiel präsentiert sich aus der Vogelperspektive in einem sehr nüchternen grafischen und nur auf Soundeffekten basierenden akustischen Gewand, das bei vielen verwöhnten Spielern zum sofortigen Augenkrebs und anzunehmenden Taubheitszustand führen kann. Daher ist äußerste Vorsicht im Umgang mit diesem Spiel geboten. =) Bei den Flügen über die Oberflächen der versteckten Orn-Stützpunkte wird man permanent von ein und denselben monotonen Grafiken begleitet, stets auf der Suche nach den per Zufallsprinzip versteckten Schutzgeneratoren, von welchen in jedem Level eine bestimmte Anzahl mit den abwärts gerichteten Bomben zerstört werden muss. Ist dies erledigt, manifestiert sich die unsichtbare Geschützfestung Dyradeizer, welche mit eröffnetem Dauerfeuer begrüßt werden sollte. Nachdem ein Teil der Festung zerstört ist, wird diese erneut unsichtbar und die ganze Prozedur beginnt an einem anderen Ort sprich im nächsten Level wieder von vorne. Das wiederholt man dann so lange, bis die Festung gänzlich aus dem Sternensystem getilgt ist. Wie lange dies nun dauert, vermag ich nicht zu sagen, da ich das Ende nicht erreichen konnte. Zum einen sind die Spielgeschwindigkeit, welche überhaupt nicht beeinflusst werden kann, sowie das Gegneraufkommen mit den kleinen, schwer auszumachenden Projektilen und daraus resultierend der Schwierigkeitsgrad ziemlich hoch. Dazu kommt noch ein für die schnelle Action viel zu klein geratenes Spielfeld, eine kurze Reichweite der Bomben, die ein genaues Zielen erfordert, und eine ziemlich ruppige Steuerung, die vielen in ähnlicher Form aus den Top View-Abschnitten von Teil 2 bekannt sein dürfte und in der von mir gespielten Version keinen Gamepad unterstützt, so dass ich nur mit der Tastatur spielen konnte, was für einen jahrelang an Joysticks und Gamepads gewöhnten Spieler eine echt heikle Angelegenheit ist. Und da ich in meinem Leben garantiert gar keine Zeit mehr haben werde bzw. möchte, um mich noch viel intensiver mit dem Spiel befassen zu können bzw. zu wollen, werde ich das Ending nie zu sehen bekommen. Macht aber nichts, denn so sehenswert kann es ja auch gar nicht sein. Die höchstwahrscheinlich ähnlich dem Titelbild gepinselte Congratulation-Aufschrift des Endings kann ich mir auch in meiner Phantasie bestens ausmalen. Daher ist mit diesem Review für mich das Kapitel "Thunder Force" endgültig abgeschlossen.

Fazit: Das allererste Thunder Force-Spiel ist super schwer, wenn nicht sogar sehr unfair, spielerisch wie technisch monoton und nur wenig motivierend, was die Wertung gehörig nach unten drückt, und das völlig unabhängig von den Möglichkeiten der alten Hardware, auf der sich auch wirklich einige tolle Spiele finden lassen. Trotzdem vergebe ich noch vier Punkte, auch wenn dies für diejenigen, die das Spiel ebenfalls kennen, schon zu viel des Guten erscheinen mag, und zwar einen für die bloße Existenz des Spieles, den zweiten für den toll klingenden Spielnamen, den dritten für die schmucke Sprachausgabe vor dem Spielbeginn und den vierten Punkt für meine langanhaltende Hoffnung auf dieses echt kultige Trash-Spiel. =)