Es hat sehr lange gedauert, bis ich endlich selbst den Ursprung der allseits
beliebten Thunder Force-Reihe antesten durfte. Da "Thunder Force"
nur auf diversen japanischen Computern zu Hause ist, war es kein leichtes
Unterfangen. Aber nun, nachdem diese mir erst unüberwindbar erscheinende
Hürde überwunden ist, möchte ich unser Pixel-Heroes-Archiv
um eben dieses exotische Spiel ergänzen. Allen Freuden der klassischen
Shooter-Schule, die ebenso wie ich einmal gerne dieses Spiel spielen würden,
sei an dieser Stelle direkt gesagt, dass sie wirklich absolut gar nichts
verpasst haben. "Thunder Force" ist so altbacken wie der Rechner
Sharp X1, auf dem es zuerst erschienen ist, und macht gerade mal so viel
Spaß wie ein beliebiges drittklassiges Handy-Spielchen. Dennoch
ist dieses Spiel die Wiege der sehr beliebten Nachfolger und entführt
uns zum Anfang des langen Konfliktes mit dem gefürchteten Orn Empire.
Bei "Thunder Force" nimmt man den Kampf gegen die große
Asteroidenfestung des Orn Empire namens Dyradeizer auf, um das Galaktische
Bündnis zu schützen. Diese Aufgabe ist aber alles andere als
einfach, da der Zerstörer Dyradeizer von vielen an verschiedenen
Orten installierten und versteckten Schutzgeneratoren unsichtbar gemacht
wird. Als Pilot des Fire Leo, eines speziell für diese schwere
Aufgabe konzipierten Kampfschiffes, muss man die Schutzgeneratoren aufspüren
und zerstören, damit man letztendlich die fliegende Festung Dyradeizer
vom Sternenhimmel holen kann. Soviel zur einfach gestrickten Story.
Das Spiel präsentiert sich aus der Vogelperspektive in einem sehr
nüchternen grafischen und nur auf Soundeffekten basierenden akustischen
Gewand, das bei vielen verwöhnten Spielern zum sofortigen Augenkrebs
und anzunehmenden Taubheitszustand führen kann. Daher ist äußerste
Vorsicht im Umgang mit diesem Spiel geboten. =) Bei den Flügen
über die Oberflächen der versteckten Orn-Stützpunkte
wird man permanent von ein und denselben monotonen Grafiken begleitet,
stets auf der Suche nach den per Zufallsprinzip versteckten Schutzgeneratoren,
von welchen in jedem Level eine bestimmte Anzahl mit den abwärts
gerichteten Bomben zerstört werden muss. Ist dies erledigt, manifestiert
sich die unsichtbare Geschützfestung Dyradeizer, welche mit eröffnetem
Dauerfeuer begrüßt werden sollte. Nachdem ein Teil der Festung
zerstört ist, wird diese erneut unsichtbar und die ganze Prozedur
beginnt an einem anderen Ort sprich im nächsten Level wieder von
vorne. Das wiederholt man dann so lange, bis die Festung gänzlich
aus dem Sternensystem getilgt ist. Wie lange dies nun dauert, vermag
ich nicht zu sagen, da ich das Ende nicht erreichen konnte. Zum einen
sind die Spielgeschwindigkeit, welche überhaupt nicht beeinflusst
werden kann, sowie das Gegneraufkommen mit den kleinen, schwer auszumachenden
Projektilen und daraus resultierend der Schwierigkeitsgrad ziemlich
hoch. Dazu kommt noch ein für die schnelle Action viel zu klein
geratenes Spielfeld, eine kurze Reichweite der Bomben, die ein genaues
Zielen erfordert, und eine ziemlich ruppige Steuerung, die vielen in
ähnlicher Form aus den Top View-Abschnitten von Teil 2 bekannt
sein dürfte und in der von mir gespielten Version keinen Gamepad
unterstützt, so dass ich nur mit der Tastatur spielen konnte, was
für einen jahrelang an Joysticks und Gamepads gewöhnten Spieler
eine echt heikle Angelegenheit ist. Und da ich in meinem Leben garantiert
gar keine Zeit mehr haben werde bzw. möchte, um mich noch viel
intensiver mit dem Spiel befassen zu können bzw. zu wollen, werde
ich das Ending nie zu sehen bekommen. Macht aber nichts, denn so sehenswert
kann es ja auch gar nicht sein. Die höchstwahrscheinlich ähnlich
dem Titelbild gepinselte Congratulation-Aufschrift des Endings kann
ich mir auch in meiner Phantasie bestens ausmalen. Daher ist mit diesem
Review für mich das Kapitel "Thunder Force" endgültig
abgeschlossen.
Fazit: Das allererste Thunder Force-Spiel ist super schwer, wenn nicht
sogar sehr unfair, spielerisch wie technisch monoton und nur wenig motivierend,
was die Wertung gehörig nach unten drückt, und das völlig
unabhängig von den Möglichkeiten der alten Hardware, auf der
sich auch wirklich einige tolle Spiele finden lassen. Trotzdem vergebe
ich noch vier Punkte, auch wenn dies für diejenigen, die das Spiel
ebenfalls kennen, schon zu viel des Guten erscheinen mag, und zwar einen
für die bloße Existenz des Spieles, den zweiten für
den toll klingenden Spielnamen, den dritten für die schmucke Sprachausgabe
vor dem Spielbeginn und den vierten Punkt für meine langanhaltende
Hoffnung auf dieses echt kultige Trash-Spiel. =)
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