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Mit "Valkyrie Profile - Covenant of the Plume" stattet die
aus zwei Playstation-Spielen bekannte Valkyrie erstmalig einer Nintendo
Konsole einen Besuch ab. Im Gegensatz zu den actionorientierten Vorgängern
wird diesmal allerdings rundenbasierte Taktik geboten. Dabei steuert
man nicht die namensgebende Schlachtjungfer, sondern den jungen Soldaten
Wylfried. Ob der Genre- und Sichtwechsel der Spielreihe alle Ehre macht,
verrate ich euch in diesem Review.
Für alle, die sich mit der nordischen Mythologie nicht auskennen,
möchte ich zuerst eine Erklärung zur Valkyrie bzw. Walküre,
wie es auf Deutsch heißt, abgeben. Nach dem Verständnis der
alten nordischen Völker ist sie eine Botin der Götter, deren
Aufgabe es ist, die Seelen aller tapferen gefallenen Krieger vom Schlachtfeld
in die heiligen Hallen von Walhalla zu begleiten, wo sie auf die letzte
Schlacht der Götter, Ragnarök genannt, warten. Unser Held
Wylfried verspürt auf dieses Wesen eine unsägliche Wut, da
sie die Seele seines auf einem Schlachtfeld verstorbenen Vaters mitnahm,
wie eine Feder auf seinem Leichnam bewies. Diese elende Diebin hat ihn
einfach geraubt und damit Wyl und seine Familie ins Elend gestürzt.
Seit diesem Tag gibt es für den jungen Krieger nur noch ein Lebensziel:
die Vernichtung der Götterbotin. Doch was kann man schon als einzelner
Mensch ausrichten? Da bietet ihm die geheimnisvolle Hel einen Handel
an. Wenn er die gefundene Feder mit Tod und Sünden zu füllen
vermag, wird ihm die nötige Kraft zuteil, die für die Vernichtung
der Valkyrie nötig ist. Als kurz darauf im Königreich ein
Bürgerkrieg um die Herrschaft entbrennt, scheint der ideale Zeitpunkt
für dieses Vorhaben gekommen zu sein. Die Geschichte fängt
wirklich sehr vielversprechend an, gleitet aber recht schnell in trockene
Politikgespräche ab. Die Möglichkeit, zahlreiche Intrigen
spannend zu erzählen, wurde meiner Ansicht nach vertan.
Wer klassische Strategie erwartet, wird durch einige Innovationen überrascht.
Gleich am Anfang fällt auf, dass nur vier Mitstreiter in den Kampf
ziehen dürfen, wobei jedem eine Taste zugewiesen wird. Wenn sich
mindestens zwei Mitstreiter in Angriffsnähe gleichzeitig befinden,
kann durch geschicktes Drücken der entsprechenden Angriffstasten
die Hitleiste gefüllt werden. Ist diese voll, werden Spezialangriffe
vom Stapel gelassen, die meist das Aus für den Gegner bedeuten.
Manche Missionen sind vom Schwierigkeitsgrad her jedoch so deftig, dass
man nicht umhin kommt, die verfluchte Feder einzusetzen. Mit ihr kann
ein Verbündeter in eine wahre Kampfmaschine verwandelt werden,
die jeden Feind im Nu vernichtet. Natürlich hat das Ganze auch
einen Haken. Der Berserker stirbt nach der Schlacht, da die Feder seine
Lebensenergie vollständig aufsaugt. Zurück bleibt nur ein
besonders starker Magiespruch für Wyl. Noch ein Grund für
das Opfern, denn jede Person hinterlässt einen anderen Spruch.
So kann es passieren, dass die stets vorhandene Verführung auf
einen leichten Sieg unseren Krieger am Ende alleine dastehen lässt.
Der Preis für das leichtfertige Opfern der eigenen Leute wird nach
dem finalen Kampf in Form eines unbefriedigenden Endes gezahlt. Zum
Glück lässt sich anschließend ein neues Spiel mit allen
bereits erworbenen Fähigkeiten, Sprüchen und Items beginnen.
Nun ist auch die schwierigste Stelle ein Kinderspiel, die Feder muss
nicht eingesetzt werden und das positive Ende ist endlich in Sicht.
Natürlich vorausgesetzt, dass man sich dazu aufraffen kann, einen
weiteren Durchgang anzugehen, denn durch die Eingrenzung auf vier Kämpfer
wollte bei mir kein richtiges Strategiegefühl aufkommen. Es reicht
immer aus, den Gegner zu umzingeln und mit gemeinsamen Attacken gleichzeitig
anzugreifen. Des Weiteren läuft jede Mission gleich ab, da ändern
die verschiedenen Wetterverhältnisse und Ziele auch nichts dran.
Bei der Präsentation beeindruckt zunächst das tolle CG-Intro.
(Am Ende gibt es ebenfalls kurze Clips.) Im Spiel angelangt, wurde ich
aber mit braunem, grauem und grünem Pixel-Matsch konfrontiert.
Die Ingame-Grafik ist kurz gesagt ausgesprochen hässlich! Selbst
einige Genrevertreter auf dem Game Boy Advance wie zum Beispiel "Final
Fantasy Tactics Advance" stehlen diesem Spiel locker die Show.
Hier wirkt alles detailarm und öde, egal ob es sich nun um die
Kampffelder oder die Oberwelt handelt. Die Spezialattacken ähneln
einem wild umherzuckenden Pixelbrei. Die Charakterporträts sind
dagegen in Ordnung, vom Design her aber langweiliger Durchschnitt. Das
Gleiche gilt für die Musik. Einen Lichtblick stellt die englische
Sprachausgabe dar. Jeder Charakter weist seine eigenen spezifischen
Sprüche auf, die zur Person passen.
Die etwas mehr als zehn Stunden Spielzeit pro Durchlauf ziehen sich
dadurch wie Kaugummi. Der seltsam ausbalancierte Schwierigkeitsgrad
ist meiner Meinung nach nur dazu da, um den Einsatz der Feder zu erzwingen
und somit das Spiel unnötig in die Länge zu ziehen. Will man
das gute Ende sehen, kommt man um eine zweite Runde nicht umhin.
Fazit: Für die schöne Valkyrie kann ich leider keine Empfehlung
abgeben, da mir sowohl das eigentlich interessante Kampfsystem wie auch
die Feder-Features zu unausgeglichen erscheinen. Neben dem Feinschliff
stößt mir auch die mangelhafte Präsentation auf, die
wirklich eine Schande für den Nintendo DS ist. Es ist ein Jammer,
dass der gute Name der Serie für dieses Spiel herhalten musste.
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