Seltene Spiele sind nicht immer gut und auch nur selten so richtig seltsam!
"Vib-Ribbon" macht hier eine Ausnahme und vereint alle diese
Eigenschaften in sich. Das Musikspiel aus dem Hause Sony für die
erste Ausgabe der Playstation bietet mit auffallender Optik im Vektordesign
und der Möglichkeit, problemlos eigene Musik einzubinden, großartige
Alleinstellungsmerkmale.
Eine groß angelegte Storyline bleibt euch bei "Vib-Ribbon"
erspart, würde eine solche bei einem Musikspiel doch eher aufgesetzt
wirken. In Gestalt eines Hasen lauft ihr entlang einer Linie kontinuierlich
im zweidimensionalen Raum voran und weicht Hindernissen aus. Diese Hindernisse
werden durch die Musik generiert und stellen stark abstrahiert Loopings,
Löcher, Stacheln und Steine dar. Jedes dieser vier Elemente wird
mit einer anderen Taste bewältigt und reagiert auf andere Fragmente
der Musik. Im späteren Spielverlauf werden die einzelnen Elemente
auch noch kombiniert, wodurch sich weitere Variationen in der Tastenbedienung
ergeben. So erhält man dann in höheren Schwierigkeitsgraden
beispielsweise gezackte Loopings oder Steine mit Löchern. Bleibt
der Spieler an den Hindernissen hängen, fängt der Hase an,
sich zurückzuentwickeln und wird zunächst vom Hasen zum Frosch
und anschließend zur kriechenden Schlange. Macht ihr keine Fehler,
werdet ihr mit Lebens-Upgrades und Bonuspunkten in der Endabrechnung
belohnt. Zusätzlich zu den enthaltenen Musiktiteln lassen sich
auch, wie oben erwähnt, eigene Musik-CD´s einlegen, aus deren
Titeln neue Level generiert werden. Je nach Musikstück variiert
der Schwierigkeitsgrad dabei enorm, was ein Rumprobieren ebenso spaßig
wie notwendig macht.
Die Optik sticht bei "Vib-Ribbon" stark hervor, glänzt
sie doch mit eleganter Schlichtheit. Simple, weiße Vektoren auf
schwarzem Grund definieren die Grafik und lassen sie angenehm aus dem
Einheitsbrei der Musikspiele herausstechen. Macht ihr Fehler, beginnen
die Vektoren nervös zu zittern und erzeugen zusätzliche (An-)Spannung.
Insgesamt wirkt die Optik ein wenig wie die Zeichentrickreihe "La
Linea". Die eingebundene Musik lässt sich als eine Melange
aus J-Pop und Weltmusik definieren. Einflüsse aus Hip-Hop und Reggae
finden sich aber auch im breitgefächerten Soundtrack. Zudem gibt
es ein paar Soundeffekte, die eure Aktionen passend unterstreichen.
Fazit: "Vib-Ribbon" bietet dem Spieler das etwas andere Musikspiel
mit gutem Soundtrack, frischen Ideen und einprägsamer Optik. Hat
man die zu Beginn etwas hakelige, später simple Steuerung verinnerlicht,
erwarten einen einige Runden voller packender Rekordjagden. Das Feature,
eigene Musik einbinden zu können, sorgt zudem für Abwechslung
beim Experimentieren. Auf lange Sicht kann der Titel jedoch aufgrund
seines ewig gleichen Aufbaus und fehlendem Zweispielermodus nicht vollends
überzeugen und muss deswegen einige Punkte einbüßen.
Musikfreunde greifen dennoch zu!
|