Vib-Ribbon
Musikspiel

Barto
September 10
 

Seltene Spiele sind nicht immer gut und auch nur selten so richtig seltsam! "Vib-Ribbon" macht hier eine Ausnahme und vereint alle diese Eigenschaften in sich. Das Musikspiel aus dem Hause Sony für die erste Ausgabe der Playstation bietet mit auffallender Optik im Vektordesign und der Möglichkeit, problemlos eigene Musik einzubinden, großartige Alleinstellungsmerkmale.

Eine groß angelegte Storyline bleibt euch bei "Vib-Ribbon" erspart, würde eine solche bei einem Musikspiel doch eher aufgesetzt wirken. In Gestalt eines Hasen lauft ihr entlang einer Linie kontinuierlich im zweidimensionalen Raum voran und weicht Hindernissen aus. Diese Hindernisse werden durch die Musik generiert und stellen stark abstrahiert Loopings, Löcher, Stacheln und Steine dar. Jedes dieser vier Elemente wird mit einer anderen Taste bewältigt und reagiert auf andere Fragmente der Musik. Im späteren Spielverlauf werden die einzelnen Elemente auch noch kombiniert, wodurch sich weitere Variationen in der Tastenbedienung ergeben. So erhält man dann in höheren Schwierigkeitsgraden beispielsweise gezackte Loopings oder Steine mit Löchern. Bleibt der Spieler an den Hindernissen hängen, fängt der Hase an, sich zurückzuentwickeln und wird zunächst vom Hasen zum Frosch und anschließend zur kriechenden Schlange. Macht ihr keine Fehler, werdet ihr mit Lebens-Upgrades und Bonuspunkten in der Endabrechnung belohnt. Zusätzlich zu den enthaltenen Musiktiteln lassen sich auch, wie oben erwähnt, eigene Musik-CD´s einlegen, aus deren Titeln neue Level generiert werden. Je nach Musikstück variiert der Schwierigkeitsgrad dabei enorm, was ein Rumprobieren ebenso spaßig wie notwendig macht.

Die Optik sticht bei "Vib-Ribbon" stark hervor, glänzt sie doch mit eleganter Schlichtheit. Simple, weiße Vektoren auf schwarzem Grund definieren die Grafik und lassen sie angenehm aus dem Einheitsbrei der Musikspiele herausstechen. Macht ihr Fehler, beginnen die Vektoren nervös zu zittern und erzeugen zusätzliche (An-)Spannung. Insgesamt wirkt die Optik ein wenig wie die Zeichentrickreihe "La Linea". Die eingebundene Musik lässt sich als eine Melange aus J-Pop und Weltmusik definieren. Einflüsse aus Hip-Hop und Reggae finden sich aber auch im breitgefächerten Soundtrack. Zudem gibt es ein paar Soundeffekte, die eure Aktionen passend unterstreichen.

Fazit: "Vib-Ribbon" bietet dem Spieler das etwas andere Musikspiel mit gutem Soundtrack, frischen Ideen und einprägsamer Optik. Hat man die zu Beginn etwas hakelige, später simple Steuerung verinnerlicht, erwarten einen einige Runden voller packender Rekordjagden. Das Feature, eigene Musik einbinden zu können, sorgt zudem für Abwechslung beim Experimentieren. Auf lange Sicht kann der Titel jedoch aufgrund seines ewig gleichen Aufbaus und fehlendem Zweispielermodus nicht vollends überzeugen und muss deswegen einige Punkte einbüßen. Musikfreunde greifen dennoch zu!