Zelda - The Wind Waker
Action-Adventure

Motherfreak
Januar 11
 

Heute möchte ich einen Titel der berüchtigten Zelda-Reihe behandeln, nämlich "The Legend of Zelda - The Wind Waker", das 2002 bzw. 2003 für den Nintendo Game Cube erschienen ist. Diesem Zelda-Spiel wohnt ein gewisser Fluch inne, da es der erste Teil der Reihe war, der die riesige Fan-Gemeinde in zwei Lager spaltete. Während die einen es inbrünstig lieben, hassen die anderen es über alle Maßen. Schuld daran war der neue kindliche Grafikstil, welcher mit Cel Shading gepaart ein gänzlich ungewohntes Bild bot. Die meisten Fans haben sich damals endlich einen erwachsenen Link erhofft. Ich für meinen Teil zähle mich zur ersten Gruppe, die mit den Änderungen mehr als nur zufrieden ist. Wie hätte es auch anders sein können?

Die Handlung fällt wie immer relativ schlicht aus und dient eher nur als Alibi für die Abhandlung der einzelnen Dungeons. Als das Königreich Hyrule von Dunkelheit verschluckt wurde und kein Held zur Rettung des Landes erschien, versammelten die Götter alle Bewohner auf den Bergspitzen und überschwemmten das Land mit einer großen Flut, so dass nur jene Bergspitzen aus dem riesigen, neuentstandenen Meer als Inseln herausragten. Im untergegangenen Königreich wurde dagegen die Zeit angehalten, und mit ihr alle Kreaturen der Finsternis. So schien es jedenfalls.

Unsere Geschichte beginnt sehr viele Jahre nach diesen Ereignissen. Link hat Geburtstag und bekommt neben neuer Kleidung ein Fernrohr geschenkt. Den Himmel absuchend, erspäht er durch diesen einen riesigen Vogel, welcher ein Mädchen in seinen Fängen hält und von einem Piratenschiff verfolgt wird. Als der Vogel von einer Kanonenkugel getroffen wird, lässt er das Mädchen im örtlichen Wald fallen. Natürlich eilt Link der Unbekannten sofort zur Hilfe. Als er das Mädchen, das sich als Piratenkapitän Tetra herausstellt, rettet, wird fälschlicherweise seine Schwester Aril von dem großen Vogel entführt. Zusammen mit den Piraten macht er sich sogleich auf die Suche nach ihr.

Mit einer Menge Wasser und der Gesellschaft von Piraten fällt somit auch das Setting von "The Wind Waker" ziemlich ungewohnt aus. Eine gewichtige Rolle fällt dem Taktstock des Windes zu, der nach einigen Erlebnissen in Links Besitz gelangt. Mit seiner Hilfe ist Link in der Lage, den Wind herbeizurufen und zu kontrollieren. Da man einen Großteil des Spieles mit einem Segelboot auf den Weiten des Meeres unterwegs ist, stellt der Wind das zentrale Element des Spieles dar. Kreativ wie Nintendo ist, kommt er auch bei vielen anderen Situationen zum Einsatz. Ansonsten orientiert sich das Spiel sehr stark an "Ocarina of Time", womit man natürlich nichts falsch machen konnte. Die Steuerung ist quasi dieselbe und deshalb intuitiv und praktisch zu handhaben. Nichtsdestotrotz weist das Spiel noch unzählige Eigenheiten auf. Die ganze Welt ist in viele quadratische Bereiche unterteilt, die einige Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel einen Laden, aufweisen. Unzählige Nebenaufgaben wie zum Beispiel die Bergung von Schätzen oder das Photographieren bieten neben der Hauptaufgabe ein kunterbuntes Betätigungsfeld.

Die Dungeons, die das Herzstück eines jeden Zelda-Spieles darstellen, sind allesamt über die zahlreichen Inseln verstreut. Eine Fahrt von einer Insel zur nächsten kann sich allerdings recht in die Länge ziehen, was manchmal stark an der Geduld zehrt. Zum Glück kann man hier auch einen Warp einsetzen, aber erst, wenn ein bestimmter, zufällig auftauchender Bossgegner in einem Kartenbereich besiegt wurde. Die Suche nach diesen Monstern kann allerdings zu einer langwierigen Aufgabe ausarten. Die Dungeons an sich verlaufen nach dem klassischen Zelda-Prinzip. Es gibt wie immer einen Kompass, eine Karte sowie den Masterschlüssel, der den Zugang zum Dungeon-Boss gewährt. Zuvor müssen aber wie immer einige Aufgaben geknackt werden, die von einfachen, altbewährten Schieberätseln bis hin zu komplexen Licht- und Reflexionsspielen reichen. Die einzelnen Dungeons fallen unheimlich abwechslungsreich und auch völlig unterschiedlich aus. Die Bosse sind teilweise gigantisch und absolut phänomenal. Der Spielspaß stimmt hier hundertprozentig und lässt keine Wünsche offen.

Die Grafik ist wirklich gut und erinnert aufgrund der Cel Shading-Technik an einen Zeichentrickfilm. Trotz der Schlichtheit geizen die Entwickler nicht mit Details, die beispielsweise in Form von Schatten, die sich im Licht der Fackeln verändern, zur Geltung kommen. Tropfendes Wasser, schwebende Glühwürmchen und wehendes Gras sind ebenfalls keine Seltenheit. Auf jeden Fall versprüht das Spiel eine großartige Atmosphäre, welche ich bisher nicht erlebt habe. Der Soundtrack braucht sich auch nicht zu verstecken. Die teils mediterranen oder irischen Klänge passen sehr gut zur Inselthematik und gehören für mich zum Besten, was die Zelda-Reihe zu bieten hat. Die Untermalung der Musikstücke mit Schwertklängen bei den Minibosskämpfen stellt ein nettes zusätzliches Gimmick dar.

Fazit: "The Legend of Zelda - The Wind Waker" ist für mich der Lieblingstitel der 3D-Zelda-Spiele. Es gefällt mir durchaus besser als der realistische Nachfolger "Twilight Princess". Ich vermag es nicht richtig nachzuvollziehen, wieso viele Zelda-Fans es aufgrund der Andersartigkeit direkt im Vorfeld als schlecht abgestempelt haben, ohne sich darauf überhaupt eingelassen zu haben. Es hängt wohl mit der Engstirnigkeit der Menschen zusammen. Ich vergebe aufgrund der etwas zu langwierigen Seereisen neun von zehn Punkten sowie eine klare Kaufempfehlung, zumal die Erstausgabe des Spieles die Bonus-Disc mit der Master Quest-Variante von "The Legend of Zelda - Ocarina of Time" aufweist.