

Mit dem Arcade-Titel "Gauntlet", der ins Deutsche übersetzt "Panzerhandschuh" bedeutet, wurde 1985 ein neues Zeitalter des Fantasy-Rollenspiels von Atari ins Leben gerufen, das Zeitalter der Fantasy-Videospiele. Dabei ist "Gauntlet" kein echtes Rollenspiel, sondern vielmehr ein aus der Vogelperspektive stattfindendes Hack´n´slay-Spiel, das aber auf dem berühmtesten Pen & Paper-Rollenspiel "Dungeons & Dragons" basiert und die Atmosphäre der D&D-Welt für damalige Verhältnisse und Möglichkeiten bestens in die noch relativ frische virtuelle Realität transportierte. Dies, die saubere technische Umsetzung mit toller Sprachausgabe und der simultane Vier-Spieler-Modus bescherten Atari einen sensationellen Erfolg. "Gauntlet" wurde zu einem echten Hit und hat sich den Status eines zeitlosen Klassikers verdient, so dass jeder Videospieler auf der Welt dieses Spiel und die vier Gauntlet-Charaktere, Thor the Warrior, Merlin the Wizard, Thyra the Valkyrie und Questor the Elf, kennt. Mittlerweile gibt es einige mehr oder weniger gelungene Fortsetzungen zu diesem Klassiker, die das einfache klassische Spielprinzip auf vielen verschiedenen Spielsystemen aufrechterhalten. Ein Rätsel ist allerdings das Verbleiben des Nintendo DS-Ablegers, welcher für das Jahr 2008 überall angekündigt, aber dann aus unbekannten Gründen doch nicht veröffentlicht wurde.
| 1985 | Gauntlet Dieses Endlosspiel schlug wie eine Granate ein und mauserte sich sofort zu einer echten Sensation. Wer hat nicht in den zahlreichen Levels unzählige Male versucht sich einen Weg durch die gewaltigen, von Monstergeneratoren erzeugten Horden von Geistern und Dämonen, möglichst den Kontakt mit den gefürchteten Tod-Gegnern meidend, zum rettenden Exit-Feld zu bahnen? Jeder Spieler, der mit "Gauntlet" in Berührung kam, wurde von diesem simplen Spielprinzip einfach nur verzaubert. Positiv zu erwähnen wäre die NES-Version, welche etwas modifiziert und um einen simplen Plot ergänzt wurde sowie mit ganz neuen Levels aufwartet. Konvertierungen: Atari 800/XL (1986), Commodore 64 (1986), Amstrad CPC (1986), ZX Spectrum (1986), MSX (1986), NES (1987), Atari ST (1988), PC DOS (1988), Apple 2/2GS (1988), Macintosh (1989), Sega Master System (1990), PC/Game Cube/Playstation 2/Xbox (2003 in der Compilation "Midway Arcade Treasures"), Mobiltelefon (2004), Game Boy Advance (2005 in der Compilation "Gauntlet & Rampart"), Xbox Live Arcade (2005)
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| 1986 | Gauntlet 2 Das zweite Gauntlet-Spiel orientierte sich stark am Vorgänger, aber abgesehen vom neuen Leveldesign wurde es noch um einige kleine und nette Gameplay-Details sowie einige neue Gegner wie zum Beispiel die großen roten Feuerdrachen ergänzt. Besonders auffällig ist das eine kurze, aber sehr gelungene Musikstück des Titelscreens, das als Gauntlet Theme Tune bekannt zu einer Art akustischem Aushängeschild für die gesamte Spielreihe wurde. Konvertierungen: Commodore 64 (1987), Amstrad CPC (1987), ZX Spectrum
(1987), Commodore Amiga (1989), Atari ST (1989), PC DOS (1989), NES
(1990), Game Boy (1990), Game Cube/Playstation 2/Xbox (2004 in der Compilation
"Midway Arcade Treasures 2"), Playstation Network (2007) |
| 1987 | Gauntlet - The Deeper Dungeons Kein eigenes Spiel, sondern eine von U.S. Gold lizenzierte und für
den absoluten Gauntlet-Fan kreierte Neuauflage bzw. Ergänzung des
ersten Spieles mit 512 neuen Levels. Es ist interessant zu wissen, dass
dieses Spiel, obwohl auch für den Atari ST angekündigt, nie
für diesen Heimcomputer veröffentlicht wurde. |
| 1989 | Gauntlet - The Third Encounter Ein exklusiver Titel für Ataris hauseigenen Handhelden. Neben
den beiden klassischen Spielcharakteren Wizard und Valkyrie führt
diese Abkopplung sechs ganz neue und ungewöhnliche Spielfiguren
(Android, Punkrocker, Pirate, Gunfighter, Nerd und Samurai) ein, welche
die ansonsten durchgehende Fantasy-Linie von "Gauntlet" durchbrechen. |
| 1990 | Gauntlet 3 - The Final Quest Ein Jahr nach Atari veröffentlichte U.S. Gold den dritten Teil der Gauntlet-Reihe für die vielen damals gängigen Heimcomputer, jedoch als eine komplette Neuentwicklung ohne irgendwelche Parallelen zu Ataris Lynx-Spiel. Besonders auffallend ist die Darstellung des Spielgeschehens aus der isometrischen Perspektive sowie die vier zusätzlichen Charaktere Merman, Rockman, Iceman und Lizardman. |
| 1993 | Gauntlet / Gauntlet 4 In Japan nur als "Gauntlet" betitelt, ist dieses Output eigentlich bloß ein Remake des alten Klassikers, welcher jedoch mit neuen Spielmodi daherkommt, die einen frischen Wind in die Gauntlet-Welt bringen. Das Herzstück von "Gauntlet 4" ist wohl der mit einer Story, vielen Rätseln, Zusatzwaffen und Bossen versehene Quest-Modus. Ein absolutes Muss für jeden Gauntlet-Fan! |
| 1998 | Gauntlet Legends Eine Wiederbelebung des Klassikers in moderner dreidimensionaler Umgebung, aber leider zu Gunsten der Spielbarkeit. "Gauntlet Legends" ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich nicht alle alten, bestens bewährten 2D-Spielkonzepte in 3D reinpressen lassen. Konvertierungen: Playstation (1999), Nintendo 64 (1999), Dreamcast (1999) |
| 2000 | Gauntlet - Dark Legacy Konsequente Weiterführung von "Gauntlet Legends", bei der sich ebenfalls schnell Langeweile breitmacht. Die vier neuen Charaktere (Dwarf, Knight, Jester und Sorceress) schaffen es auch nicht, das Spiel aus der Mittelklasse zu heben. Konvertierungen: Playstation 2 (2001), Game Boy Advance (2002), Game
Cube (2002), Xbox Live Arcade (2002) |
| 2005 | Gauntlet - Seven Sorrows Mit der vorerst letzten Gauntlet-Adaption werden erneut die vier klassischen Helden in den Kampf geschickt. Auch wenn "Gauntlet - Seven Sorrows" etwas besser als die beiden 3D-Vorgänger ausfällt, kann es an die glorreichen 2D-Zeiten nicht anknüpfen. Konvertierungen: Xbox Live (2008) |